Marquartstein – „Ein Leben in Rosarot, das mit Liebe und Zuversicht betrachtet wird“, das bedeutet das erste Stück, erklärte Regina Brandner, die in dem Trio das Cello spielte und „La vie en rose“ mit Constanze Germann-Bauer an der Violine und Verena Meurers-Zeiser an der Harfe in der voll besetzten Erlöserkirche aufführte.
Das Trio hatte am Tag zuvor seinen Premierenauftritt in der Wallfahrtskirche Maria Mühlberg in Waging und in der Gemeinde Marquartstein, also den zweiten Auftritt in dieser Zusammensetzung. Die Cellistin und Harfenistin spielen seit zwölf Jahren als Duo zusammen. Die Violinistin ist seit einem Jahr dabei. Alle drei Musikerinnen unterrichten in verschiedenen Musikschulen und Gymnasien, arbeiten aber nun hauptberuflich als Trio. Nach diesem Auftritt in Marquartstein wird man noch oft von den Künstlerinnen hören, denn es war ein ganz außergewöhnliches Konzert.
Für das zweite Stück – eine Suite für die drei Instrumente von L. M. Tedeschi empfahl Regina Brandner für das große Werk, sich von der Musik, die in drei Sätzen 20 Minuten gespielt wurde, einlullen zu lassen. Das war ein guter Tipp, denn die Zuhörer konnten sich von den sanften Klängen tragen und die Gedanken reisen lassen. Die Gefühlswelt wurde im ersten Satz bewegt und dramatisch, im zweiten eher träumerisch und im dritten Satz fröhlich und zuversichtlich.
Einen Coup landete das nächste Stück. Das Publikum bekam einen Zettel mit Noten und Text und Regina Brandner forderte alle auf, mitzusingen. Es war natürlich ein ganz bekannter Song auf Französisch, „Aux Champs-Elysées“. Man einigte sich dann doch auf Deutsch zu singen und die Zuhörer folgten den Anweisungen der Cellistin (und Musiklehrerin) perfekt. Alle standen auf und sangen voll Begeisterung und hatten ein echtes Gemeinschaftserlebnis.
Für das nächste Solo „Baroque Flamenco“ (von d. Henson-Conant) erklärte Verena Meurers-Zeiser, dass sie mit ihrer Harfe Grenzen sprengen möchte und Brücken schlagen. Sie „warnte auch vor“, dass es viele Effekte geben wird, die man sonst nicht an einer Harfe hört und die sie sich speziell angeeignet hat.
Und in der Tat, das war nicht übertrieben, es folgte ein Feuerwerk im Flamenco-Style, das man so nicht von diesem Instrument erwartet hatte. Ein echtes musikalisches Erlebnis, das Publikum war hingerissen und völlig in den Bann gezogen.
Ein Tango von dem argentinischen Komponisten Astor Piazzolla „Oblivion“, ein Klassiker für den Film „Heinrich IV.“, mit Cello und Harfe folgte.
Ein weiterer Hörgenuss fügte sich mit dem Violinen-Solo von Constanze Germann-Bauer an. „Asturias“ von Isaac Albéniz, das Stück wurde ursprünglich für Klavier geschrieben, heute meist als Gitarrensolo aufgeführt und hier mit einer Violine. Die Violinistin nahm die Zuhörer mit nach Andalusien, erst mit zarten Melodien, die sich dann in einen dynamischen Wechsel begaben und absolut virtuos gespielt wurden. Die Musikerin und ihr Instrument fusionierten miteinander.
Richtig regional wurde es beim letzten Stück mit dem Komponisten Peter Ludwig aus Rosenheim mit einem Tango aus Deutschland „Cäsar“. Es war ein fröhlicher und beschwingter Abschluss. Es folgten stehende Ovationen vom Publikum und die Künstlerinnen kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne. Ein Chanson aus Frankreich, das durch die Aufnahme mit Frank Sinatra 1968 weltberühmt wurde „My Way“. Das war das berühmte Sahnehäubchen in der Version mit den drei Instrumenten. wun