Traunstein – Mit zahlreichen Mitmach- und Erlebnisstationen, aktuellen Projekten und historischem Material sowie einem Blick hinter die Kulissen präsentierten sich sechs Traunsteiner Behörden bei einem Info-Tag im Kulturforum Traunstein. Dieser war Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten „650 Jahre Verleihung der Stadtrechte Traunstein“. Mehrere Hundert Besucher nutzten die Gelegenheit, ergänzend zum Besuch bei den Rosentagen oder nach dem Einkaufen den Behördentag zu besuchen.
Bereits vor dem Eingang lockte ein in Fahrzeugform konzipierter Winterdienstsimulator des Staatlichen Bauamtes, bei dem es darum ging, per VR-Brille im Cockpit verschiedene Aufgaben während einer Fahrt zum Schneeräumen zu bewältigen. Im Foyer des Kulturforums konnte man die virtuelle Reise dann gleich fortsetzen und zu einem imaginären Drohnenflug durch die aktuell im Bau befindliche Schutzgalerie Weinkaser an der Bundesstraße 305 zwischen Inzell und Schneizlreuth starten.
Großflächige Wandtafeln machten deutlich, welche technischen und logistischen Herausforderungen den Bau der deutschen Alpenstraße früher wie heute begleitet haben und begleiten. Vergleiche von historischen und aktuellen Fotos machten an markanten Punkten auch in Traunstein deutlich, wie sich das Straßenbild und das Straßennetz verändert haben. Nur ein paar Meter weiter zeigte die Abteilung Hochbau prominente Projekte wie das neue Unterkunftshaus und die neue Sporthalle im Landschulheim Marquartstein oder das Haus der Berge samt dem Erweiterungsbau für die Nationalparkverwaltung in Berchtesgaden. Mit Informationen zu Nutzpflanzen, zum Einsatz digitaler Technik sowie zur Ausbildung als Hauswirtschafterin und weiteren vielfältigen Aufgaben präsentierte sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Das Wasserwirtschaftsamt gab anhand von Fotodokumentationen Einblick in aktuell laufende Wasserbau-Projekte. Dazu gehören etwa die ökologischen Verbesserungsmaßnahmen an der Saalach bei Ainring und Bad Reichenhall, die unter anderem den heimischen Fischen zugutekommen, der Hochwasserschutz in Trostberg und Freilassing, die Revitalisierung des Bergener Bachs oder die Sanierungsprojekte an der Salzach. Besonders eindrucksvoll legten historische Hochwasser-Aufnahmen aus Traunstein, Laufen und Oberndorf Zeugnis ab von der zerstörerischen Kraft des Wassers.
Wie Prüfungen für einheitliche Qualitätsstandards bei Messgeräten im Handel sowie in Bereichen des Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutzes sorgen, zeigten Mitarbeiter des Eichamts Traunstein an ihrem Stand. Im Gespräch machten sie deutlich, wie dies einem bürgernahen Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb dient. Besondere Aufmerksamkeit zog ein historischer Kubizierapparat von 1918 auf sich, mit dem sich die Füllmenge von Bierfässern überprüfen ließ.
Innovationsgeist und sportliche Action sowie Kreativität und ein Einblick in historische Entwicklungen waren beim Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung und dem BayernLab angesagt. Auf einem beweglichen Simulator mit VR-Brille konnte man dabei das Zielfliegen per fiktivem Wingsuit durch eine Alpenlandschaft üben. Ebenso für Gesprächsstoff sorgten ein KI-Bildgenerator und der humanoide Roboter NAO. Gleich daneben fesselten historische Landschafts- und Straßenkarten aus Bayern sowie eine Druckerwerkstatt, bei der mit Alufolie, Wachsmalkreiden und Cola Drucke gefertigt wurden.
Haarsträubende Geschichten von wilden Verfolgungsjagden und finsteren Mordbuben zu Zeiten der alten Stadtpolizei wusste der frühere Polizeibeamte Georg Mayer zu erzählen. Er war Gast am Stand der Polizeiinspektion Traunstein, deren Mitarbeiter über die Veränderungen des Einsatzgeschehens und der Ausrüstung früher und heute informierten. Axel Effner