Zentrum soll lebendiger werden – Neuer Dorfplatz in Seeon wird konkret

von Redaktion

WC-Anlage und Uferbefestigung geplant – Finanzierung steht – Mehr Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung

Seeon-Seebruck – In die Neugestaltung des Seeoner Dorfplatzes soll jetzt Bewegung kommen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Verwaltung mit den nächsten Schritten zu beauftragen, um noch heuer mit den Maßnahmen zu beginnen. Das Budget ist im laufenden Haushalt bereits eingestellt. Ziel der Aufwertung ist es, mehr Aufenthaltsqualität zu erreichen.

Pflanzbeete
und Info-Wand

Die ersten Gespräche einer Umgestaltung des Dorfplatzes liegen schon einige Jahre zurück. Zuletzt sei eine Planung von einem Landschaftsarchitekturbüro mit Berücksichtigung von Wünschen der Bevölkerung und des Gemeinderats forciert worden, teilte die Verwaltung mit. Von der Verwaltung wurden zwischenzeitlich konkrete Schritte zu einer möglichen Umsetzung vorangetrieben. Kernpunkte der Sanierung sind die Neugestaltung des Platzes, eine WC-Anlage mit einem überdachten Terrassenbereich sowie die Wiederherstellung und Erneuerung der Uferbefestigung.

Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) ausführte, soll die bestehende Granitpflasterfläche vergrößert werden. Unter den bestehenden Bäumen sollen Pflanzbeete angelegt werden. Der aktuelle Info-Pavillon soll zurückgebaut und durch eine Info-Wand im Terrassenbereich einer überdachten WC-Anlage integriert werden. Der bestehende Brunnen soll mit seiner Lage erhalten bleiben, um das Zusammenspiel mit Klostersee und Bäckerbach zu symbolisieren.

Weiter hieß es, dass wegen der WC-Anlage nicht alle jetzt bestehenden Parkplätze erhalten werden können. Nach Angaben der Verwaltung soll die Reduzierung der Pkw-Stellplätze jedoch gering ausfallen. Durch die Umgestaltung wolle man einen strukturierten Dorfplatzcharakter erreichen und für eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sorgen. Zur Wiederherstellung der Uferbefestigung teilte Bartlweber mit, dass diese mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein abgestimmt worden sei. Sie soll naturnah mit Stangenbeschlächt und Nagelfluh-Blöcken hergestellt werden. Die geplanten Holzdecks sollen laut Wasserwirtschaftsamt dauerhaft unter Wasser stehen, um den Bereich von Pflanzenbewuchs freizuhalten. Ohne Luftkontakt und ständig unter Wasser halten diese Holzdecks laut Behörde bis zu 80 Jahre. Zudem würden diese als guter Fischunterstand dienen und weiterhin für einen geregelten Zugang zum Klostersee sorgen.

Der Auslauf des bestehenden Brückengeländers soll mit Nagelfluh-Blöcken inklusive einer Tauchwand hergestellt werden, um die Fischdurchlässigkeit zu gewährleisten und den Auslauf vor einem Bewuchs und ankommenden Treibgut zu schützen. Die bestehende Löschwasserentnahmestelle soll auf Höhe der Brücke den Richtlinien beziehungsweise den DIN-Normen entsprechen und mittels Saugschacht oder Sauganschluss erneuert werden. Die Kosten für die Uferbefestigung belaufen sich auf 45000 Euro. Hierfür gebe es eine schriftliche Zusage des Bezirks Oberbayern als Besitzer des Klostersees, diese Kosten zu übernehmen, teilte Bartlweber mit.

Bei der öffentlichen WC-Anlage legt die Gemeinde großen Wert auf einen hohen Hygiene- und Sauberkeitsstandard. Angedacht ist eine selbstreinigende und gegen Vandalismus hemmende Anlage, die Kosten für Pflege- und Reinigungspersonal und Reparaturarbeiten bei mutwilligen Beschädigungen spart. Die Anlage reduziere durch ihre intelligente Steuerungstechnik auch erheblich die Unterhaltskosten, hieß es. Erfahrungswerte in einer südlichen Tourismusgemeinde seien von der Verwaltung eingeholt worden.

Der überdachte Terrassenbereich soll nicht nur als Unterstand für Radfahrer und Fußgänger dienen, sondern auch zusätzlich bei Veranstaltungen der Ortsvereine genutzt werden. Um die Vereinsaktivitäten und die Identität der Dorfmitte wieder zu beleben, habe der Burschenverein zugesichert, die Einhausung beziehungsweise die Überdachung der Anlage in Eigenleistung zu übernehmen, so der Bürgermeister.

Weniger
Parkplätze

Wie dem Tenor des Gemeinderats zu entnehmen war, sollten jetzt die nächsten Schritte unternommen werden und die Baumaßnahme von der Verwaltung beauftragt werden. „Die Planung ist gefällig und ich kann ganz gut mitgehen“, sagte Gemeinderat Alfred Fiedler (FW). Manuela Kral (CSU) regte an, sollten auf dem Dorfanger Liegen aufgestellt werden, auf diese wünschenswerterweise ihrerseits zu verzichten: „Keine Liegen, das ist mein großer Wunsch!“, so Kral.

gABI rASCH

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