Inzell – Die Nachricht erreichte Michael Lorenz um kurz vor 17 Uhr. „Ich habe den Feueralarm gehört und bin sofort zum Badepark gefahren“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Inzell am Telefon. Vor Ort angekommen, habe er sich sofort einen Überblick über die Lage verschafft.
Von den anwesenden Einsatzkräften erfuhr er von dem tragischen Unfall. Ein 15-jähriger syrischer Junge wurde am vergangenen Donnerstag gegen 16.30 Uhr von einem Badegast aus dem Wasser gezogen. Zuvor hatte ihn seine Betreuerin als vermisst gemeldet und gab an, ihn zuletzt zuvor im Nichtschwimmerbereich gesehen zu haben.
Körper in rund
drei Metern Tiefe
Die Suche nach dem jungen Mann nahm jedoch ein tragisches Ende. Denn gegen 16.30 Uhr sah ein Badegast den leblosen Körper des 15-Jährigen in rund drei Metern Tiefe. Eine zufällig im Schwimmbad anwesende Ärztin begann sofort mit den Reanimationsmaßnahmen, die vom Notarzt lange Zeit fortgeführt wurden. Jedoch ohne Erfolg. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 15-Jährigen feststellen.
„Derzeit sieht alles nach einem tragischen Badeunfall aus“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Kurze Zeit nach dem Unfall habe man die Angehörigen informiert, später die Bevölkerung per Pressemitteilung. Seitdem ermittelt die Kripo. „Ein Fremdverschulden ist bislang auszuschließen“, ergänzt Sonntag.
In den kommenden Tagen sollen Zeugen befragt werden – unter anderem wohl die Mitglieder der rund 30-köpfigen Gruppe, mit welcher der 15-Jährige unterwegs gewesen sein soll. Darunter auch einige Betreuerinnen. Herauszufinden gilt unter anderem, ob der junge Mann schwimmen konnte oder nicht. Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich werden, heißt es unisono von mehreren Seiten, durch eine Kette voneinander getrennt.
Möglicherweise geriet der 15-Jährige vom Nichtschwimmerbereich in den tiefen Bereich, konnte aber nicht gut genug schwimmen, um sich hier über Wasser zu halten. Was letztendlich wirklich geschehen ist, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
„Die Stimmung ist sehr betrübt, der Fall berührt uns alle“, sagt Bürgermeister Lorenz. Über den Instagram-Account der Gemeinde sprach er den Angehörigen sein aufrichtiges Beileid aus und wünschte ihnen viel Kraft. Zudem bedankte er sich bei allen Beteiligten und Rettungskräften, die „sich immer wieder – auch an Feiertagen – mit ihrer Bereitschaft und ihrem Einsatz zur Verfügung stellen“.
Einen weiteren tragischen Fall hatte es erst am vergangenen Mittwoch im Landkreis Fürstenfeldbruck gegeben. Ein 20-Jähriger verlor in der Region um Emmering sein Leben.
Berichten zufolge hatte sich der junge Mann in einem nahe gelegenen See aufgehalten, als das Unglück passierte. Die Rettungskräfte, die schnell am Unfallort eintrafen, mussten feststellen, dass der Mann bereits mehrere Minuten leblos im Wasser trieb. Er war offenbar nicht mehr an die Oberfläche aufgetaucht.
Trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen vor Ort und im Krankenhaus konnten die Angehörigen des jungen Mannes ihn nicht mehr retten. Die Polizei geht auch hier von einem tragischen Badeunfall aus.
In Inzell hat man sich bereits vor dem Badeunfall auf die Fahnen geschrieben, Kindern wieder verstärkt das Schwimmen beizubringen. „Aus diesem Grund wird unser Hallenbad saniert“, so der Bürgermeister.