Frisches Wasser für Marquartstein

von Redaktion

Gemeinderat plant zwei neue Trinkbrunnen und beschäftigt sich mit Bauanträgen

Marquartstein – Wenn die Trinkflasche leer ist nach einer langen Wanderung oder einer herausfordernden Radltour kann ein Trinkwasserbrunnen mit kühlem, frischem und sauberem Wasser sehr willkommen sein.

„Trinkwasser“ wird immer mehr zu einem wichtigen Thema und in diesem Zusammenhang der Ruf nach öffentlichen Brunnen. Dies ist jetzt auch in Marquartstein der Fall. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom Januar 2023 gibt es sogar eine Verpflichtung für die Gemeinden, öffentliche Trinkwasserbrunnen bereitzustellen, wo dies technisch durchführbar und verhältnismäßig ist. Damit wurde eine Bestimmung der EU-Wasserrahmenrichtlinien in nationales Recht umgesetzt.

Brunnen sind
förderfähig

Das Ziel ist es, eine Verdoppelung der vorhandenen Brunnen in Deutschland zu erreichen. Aus diesem Grund hat der Freistaat ein Sonderförderprogramm aufgelegt und wie Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) ausführte, kam auch aus der Bevölkerung schon öfter der Wunsch nach Trinkwasserbrunnen im Gemeindegebiet. Also wurde das Thema auf der letzten Gemeinderatssitzung besprochen.

Die zahlreichen Vorteile hierfür liegen auf der Hand, Trinkbrunnen sind gelebter Umweltschutz und sind ein Beitrag zur Verminderung von klimaschädlichem CO2 durch das Einsparen von Emissionen aus der Getränkelogistik und zur Vermeidung von Plastikabfällen aus (Einweg-)Flaschen für Mineral- oder Tafelwasser. Durch zunehmende Hitzetage, und dadurch mögliche Dehydration der Menschen, bieten Trinkbrunnen 24 Stunden am Tag Schutz und sieben Tage die Woche kostenlosen Zugang zu Trinkwasser.

Geschäftsführer Florian Stephan führte weiter aus, dass der Neubau von zwei Trinkbrunnen im öffentlichen Raum förderfähig ist. Gefördert wird die Planung und Errichtung des Trinkbrunnenwerks mit Installation sowie Zuleitung und geregelter Ableitung, außerdem das Aufstellen von Informationstafeln. Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten sind nicht zuwendungsfähig. Die Kosten für zwei Brunnen betragen circa 40000 Euro. Die Höhe der Zuwendung/Förderung beträgt für zwei Trinkwasserbrunnen 20000 Euro (10000 Euro je Brunnen). Als Standorte sind vorgesehen der Rathausplatz sowie der Platz am Kriegerdenkmal im Ortsteil Piesenhausen.

Der Gemeinderat erklärte sich einstimmig einverstanden mit einem Antrag auf Zuwendung für zwei Trinkwasserbrunnen. Martin Riedl (CSU) fand die Aktion grundsätzlich super, besonders auch für Radlfahrer, fragte sich aber, ob die Frequenz in Piesenhausen ausreichend sei. Katja Kink (BfM) und Manfred Hollmann (CSU) konnten sich schon genügend Zuspruch vorstellen, Bürgermeister Andreas Scheck erinnerte an den Workshop beim Kriegerdenkmal in Piesenhausen, wo eines der Ziele war, mehr Frequenz für diesen Standort zu erzeugen.

Zahlreiche
Vorhaben

Es gab insgesamt fünf Bauanträge in dieser Gemeinderatssitzung, die diskutiert wurden. Ein Bauvorhaben befindet sich im Ortsteil Süßen, wo in ein bestehendes Wohnhaus zwei zusätzliche Wohnungen eingebaut werden sollen. Eine davon im Bereich des Dachgeschosses des bewohnten Hauses und eine im Bereich des Obergeschosses des alten Stadels. Die Außenhülle des Gebäudes bleibt weitgehend unverändert, es wird lediglich eine Außentreppe sowie eine Terrassenüberdachung angebaut.

Die Gemeinderäte standen dem Vorhaben einstimmig positiv gegenüber, lediglich die Anordnung der acht Stellplätze gaben Anlass zur Diskussion. Hier sind vier Stellplätze ungünstig geplant, da der Abstand zwischen Hauswand und Grundstücksgrenze lediglich 4,7 Meter beträgt, was keine ausreichende Rangierfläche darstellt. Gegebenenfalls ist ein dinglich gesichertes Geh- und Fahrtrecht erforderlich, wenn über das Nachbargrundstück gefahren wird.

Bürgermeister Andreas Scheck fand, dass es durchaus sinnvoll ist, alte Hofstellen einer zukünftigen Nutzung zuzuführen und zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Auch sei eine Außentreppe sinnvoll, anstatt in einem alten Bauernhaus ein Treppenhaus neu zu errichten.

Erik Oberhorner von der Bauverwaltung berichtete von dem Antrag auf Sanierung eines bestehenden Dreifamilienhauses und Errichtung von drei zusätzlichen Stellplätzen sowie Ersatz der vorhandenen Außenwände in Holzständerbauweise im ersten Obergeschoss und Dachgeschoss durch Mauerwerk mit Wärmedämmung auf einem Grundstück in der Burgstraße. Auch diesem Vorhaben stand der Gemeinderat einstimmig positiv gegenüber.

Für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Garagen und Stellplätzen in der Enzianstraße lag ebenfalls ein Bauantrag vor. Erik Oberhorner trug die etwas längere Historie und den neuerlichen Änderungen des Antrages vor. Der Gemeinderat erteilte dem Tekturantrag sein Einvernehmen.

Vollständige
Ablehnung

Ein weiterer Bauantrag auf Neubau eines Wohnhauses mit Carport in der Kleinen Ötz, beschäftige die Gemeinderäte schon länger. Zuletzt war hier ein Zweifamilienhaus geplant und genehmigt worden. Im Mai dieses Jahres wurde jedoch erneut ein komplett geänderter Antrag für ein Einfamilienhaus eingereicht.

Keiner der Gemeinderäte konnte dem neuen Plan zustimmen, es wurde eine erneute Bauberatung empfohlen. Toni Entfellner (Grüne/Offene Liste) sah die exponierte Lage des Grundstücks und empfahl hier die Einhaltung der Baukultur, die in dieser Region üblich ist.

Artikel 1 von 11