Seeon-Seebruck – Extrem niedriger Wasserstand, schwül-heiße Temperaturen und jüngst ein dramatischer Todesfall. Damit die Bade- und Freizeitgestaltung im kühlen Nass der Alz auch ein Vergnügen wird, setzt die Gemeinde Seeon-Seebruck alles daran, die Sicherheit für die Gäste zu gewährleisten. Die sogenannte Unterwassermahd beginnt in diesem Jahr deshalb eher als sonst. Statt wie üblich gegen Ende des Monats wird die „Unterwasserkuh“ im Alzbad den wuchernden Unterwasserpflanzen nun schon Anfang Juli den Garaus machen.
Vegetation
ist explodiert
Der Grund: Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen und der warmen Witterungsverhältnisse der vergangenen Woche ist die Unterwasservegetation regelrecht aufgeblüht und hat sich extrem vermehrt.
Um möglichen Badeunfällen vorzubeugen – beispielsweise, dass Schwimmer Panikreaktionen bekommen könnten bei Berührungen mit Algen und Schlingpflanzen – hat die Gemeinde in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Traunstein sowie der Fischereibehörde angeregt, die Mahd verfrüht durchzuführen.
„Naturschutzrechtlich gesehen handelt es sich bei der Alz um einen sensiblen Bereich. Der gesamte Uferbereich ist hoch schützenswert. Dennoch möchten wir natürlich auch dem Wassersport rund um Schwimmer und Bootsfahrer gerecht werden“, erklärt Bürgermeister Martin Bartlweber den Hintergrund der Sicherheitsbegehungen Ende Juni an der Alz.
Da es immer wieder zu tragischen Unfällen gekommen ist – der jüngste ereignete sich Ende Juni, bei dem ein 80-Jähriger nur mehr leblos aus der Alz geborgen werden konnte – will die Gemeinde alles auf Prävention setzen: „Gerade auch nach dem dramatischen Vorfall im vergangenen August, als eine Stand-up-Paddlerin auf der Alz verunglückt ist, versuchen wir, die Sicherheit der Gäste so gut es geht, zu gewährleisten.“
Bürgermeister Bartlweber appelliert an dieser Stelle aber auch an die Selbsteinschätzung – gerade bei der bevorstehenden Paddelsaison auf der Alz zwischen Seebruck und Altenmarkt: „Es handelt sich um ein fließendes Naturgewässer, das immer gewisse Gefahren birgt. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Da sind uns die Hände gebunden.“
Entsprechende Beschilderungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Menschen auf eigene Gefahr in den Fluss gehen: „So sehr ehrenamtliche Helfer auch bemüht sind: Einsatzkräfte der Wasserwacht und DLRG können nicht rund um die Uhr für etwaige Vorfälle parat stehen. Auf der gesamten Länge der Alz ist das schlicht nicht überschaubar.“
Erschwerend hinzu kommt heuer der sehr niedrige Wasserstand durch die lange Trockenperiode der vergangenen Wochen. Von Seebruck bis Truchtlaching sei es laut Bartlweber noch „gut handelbar“. Richtung Altenmarkt aber warten erste Herausforderungen durch anderweitig verlaufende Strömungen oder vereinzelte Sandbänke.
Das Landratsamt hat diesbezüglich bereits eine entsprechende Mitteilung herausgegeben, in der explizit auf den niedrigen Wasserstand und potenzielle Gefahren hingewiesen wird.
Die Gemeinde Seeon-Seebruck veröffentlicht überdies auf ihrer Homepage Detailinformationen für Bootsfahrer auf der Alz.
Unvergessliches
Abenteuer
Bartlweber freut sich indes über jeden, der den Weg zur Alz findet und ein unvergessliches Abenteuer im Naturschutzgebiet erlebt – unabhängig davon, ob mit Kajak, Schlauchboot, SUP oder als Schwimmer. Und er hofft natürlich auf eine unfallfreie Saison.