Erlstätt – Feuerwehr-Kommandant Michael Wimmer hat in jüngster Zeit viele Unfall-Einsätze rund um Erlstätt erlebt, aber dieser wird ihm mit Sicherheit in trauriger Erinnerung bleiben. Am vergangenen Sonntagmittag fuhr ein 32-jähriger Motorradfahrer mit seiner 34 Jahre alten Sozia gegen 13.20 Uhr auf der Staatsstraße 2095 Richtung Traunstein. Ein entgegenkommender Autofahrer (39) wollte nach links Richtung Erlstätt abbiegen und übersah das Bike offenbar. Es kam zu einem schrecklichen Crash. Der Motorradfahrer aus dem Landkreis Altötting verstarb noch an der Unfallstelle an seinen Verletzungen, seine Mitfahrerin wurde schwer verletzt. Der Autofahrer aus dem Landkreis Traunstein blieb zumindest körperlich unversehrt.
„Wir sind etwa zeitgleich mit dem Rettungsteam eingetroffen und haben Wiederbelebungsversuche gestartet“, berichtet Einsatzleiter Wimmer der Chiemgau-Zeitung. Anschließend hätten seine Kameraden der Feuerwehr Erlstätt einen Sichtschutz und ein Hitzeschutzzelt aufgebaut. „Es war extrem heiß. Die Freundin des Fahrers wurde dann dort etwa eine Stunde versorgt“, so der Feuerwehrkommandant. Da sie hinter dem Motorrad-Fahrer saß, sei der schlimme Aufprall etwas abgemildert worden, aber die Frau sei mit „Sicherheit auch schwer verletzt“.
Michael Wimmer berichtete, dass an diesem heißen Sonntag auch Brandschutz ein wichtiges Thema gewesen sei, da direkt neben den Verunglückten jede Menge Benzin ausgelaufen war. Generell habe der Einsatz mit tödlichem Ausgang seine Kameraden extrem gefordert. „Es gab eine sehr große Blutlache und der getötete Motorrad-Fahrer musste umgedreht werden. Wir haben deshalb auch in unserem Team schauen müssen, wer Hilfe braucht“, so der geschockte Feuerwehr-Kommandant. Was ihn besonders beschäftigt, ist die Zahl der Unfälle im Einzugsbereich der Feuerwehr Erlstätt im Jahr 2025. „Es gab in diesem Jahr schon 13 THL-Einsätze. Die Häufung ist schon sehr auffällig und untypisch“, so Wimmer. Auf der Website der Feuerwehr Erlstätt sind die Einsatzorte für Technische Hilfsleistungen (THL) nach Unfällen mit farbigen Punkten markiert. Wie eine Perlenkette sind sie auf der Staatsstraße 2095 und der Kreisstraße von Erlstätt nach Grabenstätt verteilt. Teilweise sehr eng beieinander, aber nicht exakt an denselben Stellen.
Eine finale Erklärung, warum rund um Erlstätt so viele Unfälle passieren, hat Michael Wimmer nicht. „Der Erlstätter Berg gilt schon immer als gefährlich, früher sind die Leute nach Chieming in die Diskothek gefahren, da hat es fast jeden Monat gekracht“, erinnert er sich. Vielleicht liege es daran, dass die „Straße sehr breit ist und man dadurch unaufmerksamer wird“. Dazu kommt aktuell die Hitze. In anderen Jahren häufen sich laut Wimmer die Unfälle aber besonders im Oktober oder November. Auch deshalb ist dieses Jahr 2025 untypisch.
Im aktuellen Fall haben die Zeugenaussagen ergeben, dass den getöteten Motorradfahrer offenbar keine Schuld trifft. An dieser Stelle seien 100 km/h erlaubt, der Motorradfahrer sei laut Wimmer nicht schneller unterwegs gewesen: „Aber wenn dann plötzlich jemand unerwartet abbiegt und dir die Vorfahrt nimmt, bist du machtlos und kannst nicht mehr rechtzeitig bremsen.“ Etwa dreieinhalb Stunden sei die Staatsstraße 2095 am Sonntag gesperrt gewesen.