Chieming/Ising – Nur ein knappes Dutzend Schüler durfte sich heuer im Gymnasium Schloss Ising über ihre erfolgreich bestandenen Abiturprüfungen freuen. Weil 2017 der Bayerische Landtag die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium beschloss, fiel in diesem Jahr das Abitur an den bayerischen Schulen größtenteils aus.
Für die insgesamt elf Schüler des LSH Ising samt Schulfamilie und Familien war die Zeit bis zur bestandenen Reifeprüfung besonders intensiv. Drei Abiturientinnen durften sich über eine Eins vor dem Komma freuen.
„Klein sein hat Vorteile. Die Nähe einer kleinen Gemeinschaft schafft Vertrauen und das wiederum Verlässlichkeit und Verantwortung. Ihr wurdet nicht übersehen, weil ihr euch besonders sichtbar gemacht habt“, lobte Nicole Strasser vom Förderverein des LSH Ising und betonte, dass Schule nicht nur ein Ort des Prüfens, sondern auch des Wachstums sein sollte. Dieser dynamische Schwung eines besonderen Jahrgangs spiegelten auch die musikalischen Beiträge von Schulband und Chor unter der Leitung von Musiklehrer Frank Schöftenhuber wider, welche die Reden wunderbar auflockerten. „Seid bereit für neue Wege!“, ermunterte Bürgermeister Stefan Reichelt aus Chieming und zitierte Albert Einstein: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat.“
Elternbeiratsvorsitzende Heike Landmann stellte in ihrer Rede heraus, dass dieser Jahrgang viele Hürden zu nehmen hatte: Von Pandemie über Klimakrise und letztlich die Infragestellung des Weltfriedens: „Die Reise zu euch selbst ist das Ziel. Geht, träumt, fliegt. Ihr seid so weit!“. Nicole Schellenberger vom Ehemaligenverein des LSH gab den künftigen Ex-Isinger eine Erfahrung aus ihrer Arbeit in der Geriatrie mit: „Macht euch immer die Konsequenzen eurer Entscheidungen bewusst und ihre Folgen auch für spätere Generationen.“.
Levin Thomas als Vertreter der Schülerschaft machte bewusst, dass in Zukunft das Leben weniger komfortabel verlaufen wird. Umso mehr sollten Privilegien wie der offene Weg zur Bildung, Nahrung und medizinische Versorgung wertgeschätzt werden.
Freude und Zufriedenheit stand besonders Schulleiterin Catrin Brandl ins Gesicht geschrieben: „Vielfalt, Stärke liegt im Unterschied, nicht in der Gleichheit“, überstellte sie ihrer Rede, in der sie Instagram und Co, wie auch KI kritisch beleuchtete. „Im Netz werden ungefragt von scheinbar olympischer Höhe herab besonders einfältige Lebensweisheiten, Styling Tipps, Eheberatung präsentiert. Nichts bleibt mehr verborgen und unkommentiert. Jeder äußert sich über alles und zeigt alles, ist mindestens so schön, klug und fit wie … wer eigentlich?“, bemerkte Brandl und, dass in der heutigen Zeit der Vielfalt oftmals Gleichheit entgegengesetzt werde. Alles, was „besonders“ sei, verliere, wenn es oft genug wiederholt werde, den Reiz des Besonderen, so Brandl. „Bewahrt euch eure Ecken und Kanten – bleibt Mensch!“. bek