Café-Neustart in Bergen

von Redaktion

Hunde, Kinder und Kuchen treffen im „Maxl‘s 1824“ aufeinander

Bergen – „Es war schon immer mein Traum, ein eigenes Café zu eröffnen.“ Julia Schausbreitner sitzt zwischen Kartons und eingepackten Klappstühlen. Noch ist Baustellenatmosphäre im „Maxl‘s 1824“. Erste Bilder hängen zwar schon an der Wand, am Boden liegen aber noch Bretter und Bohrmaschinen – und Hunde. Um genau zu sein, drei. Sie spielen im Leben von Julia eine große Rolle und deshalb sollen sich auch Vierbeiner künftig im Café wohlfühlen.

Lang gehegter
Wunsch

Noch bis Februar war in der Bergener Bahnhofstraße Nummer zehn die Traditionsbäckerei Hamberger zu Hause. Mit einem rührenden Instagram-Post verabschiedete sich die Familie aus persönlichen Gründen und viele Stammkunden sind traurig. „Wirklich schade, dass Bergen seinen Bäcker verliert“, schreibt da eine Kundin in den Kommentaren. Oder: „Wir werden unsere Hamberger Semmeln vermissen.“ Da kommt Julia Schausbreitner genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie hat nun die Räumlichkeiten von der Familie Hamberger gepachtet:

Die gelernte Hotelfachfrau stammt ursprünglich aus Mannheim, hat Berufserfahrung unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen gesammelt und ist 2020 durch ihren Mann im Chiemgau gelandet: „Da war ich auch mit meinem ersten Kind schwanger und habe dann hier Teilzeit noch in Ruhpolding gearbeitet, was eben mit den Kindern machbar war.“ Aber der Wunsch, ein eigenes Café zu führen, lässt Julia nicht los: Sie weiß auch schon genau, was ihr dabei wichtig ist.

„Als Mama und Hundebesitzerin fühlt man sich in manchen Cafés nicht so richtig willkommen, oder man denkt, man stört. Das möchte ich eben nicht.“ In ihrem Café und Tagesbar Maxl‘s soll das anders sein: „Hunde, Kinder, alle sollen sich wohlfühlen.“ Drei Vierbeiner tun das bereits: Macho und Malu, ihre zwei Ridgebacks, gehören schon länger zu Julias Familie. Seit ein paar Tagen hat sie aber auch noch einen Dackel aus dem Tierschutz zur Pflege, der heißt ausgerechnet Max und sieht genauso aus wie der Dackel auf dem Logo des neuen Cafés „Maxl‘s 1824“ – ein Zufall?

„Wir wollten den Namen ein bisschen auch mit dem Ort Bergen verbinden. ,Maxl‘s‘ kommt also von der Max-Hütte, von König Max 1824 erbaut. Der Dackel im Logo ist meiner Tierliebe geschuldet, das sollte irgendwo auch Platz finden.“

Dass Julia dann einen Dackel namens Max als Pflegehund aufnimmt, ist tatsächlich Zufall, sagt sie. Oder eventuell auch Schicksal. Denn der Kleine, so Julia, wird eventuell auch nicht mehr ausziehen. Schon lange ist die frisch gebackene Café-Inhaberin im Tierschutz aktiv.

„Ich bin im Tierschutzverein Landkreis Landshut ,Cats and Dogs‘ in Not seit zirka drei Jahren aktiv und finde den Verein wirklich toll.“ Julia hat zeitweise Tiere vermittelt, macht immer noch die Vor- und Nachkontrolle im neuen Zuhause von vermittelten Tieren und hat öfter Pflegehunde wie Max bei sich, bis die Tiere ein „Für-immer-Zuhause“ finden. Mit zwei, vielleicht bald drei Hunden muss sie sich die Zeit jetzt aber auch gut einteilen, erzählt sie. Denn das Café eröffnet bereits am 1. August.

„Ab 15 Uhr geht es los, es wird auch Live-Musik geben, wir freuen uns, wenn ganz viele Leute zu Besuch kommen.“ Was gibt es denn künftig statt den beliebten Hamberger Semmeln zu essen? „Ich bin großer Portugal-Fan, deshalb wird es unter anderem Tostas geben, das ist Bauernbrot oder Weißbrot im Kontaktgrill zubereitet, mit verschiedenem Belag wie Käse oder Schinken.“ Auch sogenannte Pinsas, also kleine Pizzen, mit Salami oder Bruschetta will Julia anbieten. Und natürlich ein breites Frühstücksangebot und diverse Kuchen. Alles von regionalen Herstellern, so Julia.

„Und Bier! Auch wichtig zu erwähnen, wir haben eine Kooperation mit dem Hofbräuhaus Traunstein, das ist in Bergen ja auch noch nicht so viel vertreten.“ Mittwoch bis Samstag hat das Maxl‘s von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, Donnerstag sogar bis 21 Uhr. Vor dem Café wird es einen großen Außenbereich geben, mit Sandkasten für die Kinder und Hundedecken für die Vierbeiner.

Spielecke und
Hundedecken

Drinnen will Julia eine Spielecke einrichten. Also eigentlich ihr Mann, denn: „Ohne seine Unterstützung wäre es nicht möglich“, er baue alles in Eigenregie. Aber auch bei der Familie Hamberger möchte sich Julia nochmal bedanken, die geholfen hat, ihren Traum vom eigenen Café Realität werden zu lassen.

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