Gebühren steigen deutlich

von Redaktion

Wasserwerk Unterwössen steht vor Umbruch – Investitionen sichern Versorgung

Unterwössen – Seitdem die Gemeinde das Wasserwerk Unterwössen komplett übernommen hat, stehen umfangreiche Investitionen an. Geplant sind ein neuer Doppelkammer-Hochbehälter, eine umfassende Erneuerung des Leitungsnetzes und die Einführung fern auslesbarer Wasserzähler. Diese Maßnahmen sollen die Trinkwasserversorgung langfristig sichern und modernisieren.

Hoher
Sanierungsbedarf

In der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterten Wassermeister Wolfgang Fladischer, Ingenieur Johannes Höglauer und Verwaltungsleiter Thomas Müllinger den aktuellen Zustand und die notwendigen Investitionen. Der Finanzbedarf bis etwa 2030 beträgt rund zwei Millionen Euro. Aufgrund des Sanierungsbedarfs und gesetzlicher Vorgaben werden die Wassergebühren deutlich steigen.

Wassermeister Fladischer berichtete, dass die Gemeinde seit Anfang 2023 das Wasserwerk eigenständig betreibt. Die Betriebsstruktur wurde verbessert, Personal aufgebaut und technische Maßnahmen umgesetzt. Dadurch sanken die Wasserverluste bereits um 13 Prozent. Dennoch bestehen am aktuellen Hochbehälter in Hollandau erhebliche Mängel: Das Speichervolumen reicht nicht aus, zudem fehlt eine zweite Kammer für Wartungen und Notfälle. Auch die Hygieneanforderungen werden derzeit nicht vollständig erfüllt. Zusätzlich nimmt das Risiko durch extreme Wetterereignisse zu. Als Vorsichtsmaßnahme installierte die Gemeinde bereits eine UV-Desinfektionsanlage am Brunnen im Wasserschutzgebiet am Wössner See. Die Anlage arbeitet dauerhaft und verhindert, dass Keime ins Trinkwasser gelangen.

Ingenieur Höglauer stellte den Bedarf für den neuen Hochbehälter vor: Bei rund 3200 Einwohnerwerten und einem Spitzenverbrauch von über 820 Kubikmetern täglich müssten zukünftig 1000 Kubikmeter Volumen bereitstehen. Geplant ist daher ein Doppelkammer-Behälter mit zweimal 500 Kubikmetern, vorzugsweise in Fertigteilbauweise. Die Kosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro netto zuzüglich Nebenkosten. Verwaltungsleiter Müllinger präsentierte die Finanzierung: Um steigende jährliche Betriebskosten von etwa 585000 Euro abzudecken, sollen ab 1. Januar 2026 die Gebühren angepasst werden. Künftig wird eine Grundgebühr von 130 Euro pro Wohneinheit (bisher 80 Euro pro Gebäude) erhoben. Der Verbrauchspreis steigt von 1,69 auf 2,40 Euro pro Kubikmeter. Ein Durchschnittshaushalt mit 120 Kubikmetern Verbrauch zahlt dadurch 85 Euro mehr pro Jahr, hinzu kommt die höhere Grundgebühr.

85 Euro mehr
pro Privathaushalt

Fördermittel von Bund und Land seien laut Müllinger nicht zu erwarten. Die Gemeinde rechnet künftig mit jährlichen Einnahmen von rund 589000 Euro, um Betrieb und Investitionen sicherzustellen.

Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) betonte, dass diese Maßnahmen unverzichtbar seien, um eine sichere und moderne Trinkwasserversorgung langfristig zu gewährleisten. Der Gemeinderat steht geschlossen hinter den Planungen. Für die Bürger bedeutet dies künftig mehr Versorgungssicherheit und eine moderne Infrastruktur, allerdings auch höhere Gebühren.

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