Inzell – Nach langer Wartezeit steht nun der neue Funkmasten in Inzell am Bremsberg in Richtung Schmelz und der notwendige Aufbau war in wenigen Tagen erledigt. Zunächst gab es ja einige Bedenken gegen die Errichtung eines BOSFunkmasts (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) und eine Bürgerinitiative überreichte dem damaligen Inzeller Bürgermeister Hans Egger Ende 2022 eine Liste mit fast 170 Unterschriften. Die Gegner formierten sich und wollten damit den Gemeinderatsbeschluss vom 1. August 2022 zum Kippen bringen. In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung kamen Für und Wider zur Sprache und ein Einverständnis zum Bau des über 43 Meter hohen Masts konnte erzielt werden.
Widerstand
gegen Ratsbeschluss
Der Standort am Bremsberg wurde 2022 eigens ausgesucht und dieser Platz konnte in Abstimmung mit den Behörden als sehr geeignet und funktionell ausgewertet werden. Das bayerische Landeskriminalamt – der Antragsteller – plante die Errichtung des BOS-Funkmastes neben dem Parkplatz an der B305 südwestlich von Inzell, am Bremsberg in Richtung Schmelz. Dieser Platz war deshalb ausgewählt worden, weil an dieser Stelle eine gute Netzabdeckung vorhanden ist und weil er zugleich weit weg ist von der nächsten Wohnbebauung.
Nun kam es endlich zur Umsetzung. Einige hatten wohl schon geglaubt, die Errichtung des Masts wäre ad acta gelegt worden, doch dem ist nicht so. Das Fundament mit der Verankerung und Befestigung der Stützen wurde einige Wochen vorab betoniert. Nun ging es an die Montage und angeliefert wurden die drei riesigen Betonrohre mit einem Spezial-Lkw. Grund dafür war die Größe der einzelnen Teile. Der Grundpfeiler hat eine Länge von 14,80 Metern und wiegt 24 Tonnen. Der zweite Teil ist das längste Stück mit 16,40 Metern und hat ein Gewicht von 18 Tonnen (geringerer Querschnitt als der Grundpfeiler) und das obere Teil des BOS-Masts bringt noch mal 14 Tonnen auf die Waage bei einer Länge von 12,40 Metern.
Aufgestellt wurden die einzelnen Betonrohre mit einem Spezialkran, der noch vier Meter nach vorne eine Last von 150 Tonnen heben kann. Somit hatte dieses Schwerlastfahrzeug auch keine Mühe, einen Teil auf den anderen zu setzen. Zusammengesetzt und fixiert wurden die einzelnen Teile mit jeweils 36 dicken Schrauben. Das war am Fundament ja noch ganz einfach, doch für die weiteren Teile mussten die Monteure dann in luftige Höhen aufsteigen, um alles zusammen zu bauen. Die notwendigen Teile waren jedoch bestens vorbereitet, sodass in der Höhe dann nur noch geschraubt werden musste. Hierfür war allerdings das besondere Gespür des Kranführers notwendig, der punktgenau ein Teil auf das andere setzen musste.
Oben auf dem dritten Teil des Masts wurden abschließend die drei Stahlplattformen angebracht und fixiert, ehe das Aufsatzrohr mit den Sendern montiert werden konnte. Zusätzlich wurden eine Versorgungseinheit und eine Netzersatzanlage errichtet. In Inzell gibt es dennoch Diskussionen um den Bau dieses neuen Funkmasts für den Digitalfunk und die Bürger haben nah wie vor Vorbehalte.
Die Errichtung des Funkmasts ist Teil der Digitalfunk-Infrastruktur und soll die Versorgung mit mobilen Daten verbessern. Es gibt jedoch auch Bedenken bezüglich der Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt.
Reibungslose
Aufstellung
Die Bundesnetzagentur ist für die Bereitstellung von Funkfrequenzen und die Gewährleistung eines störungsfreien Funkverkehrs zuständig. Sie betreibt auch eine EMF-Datenbank, die Informationen zu Funkanlagenstandorten, einschließlich LTE-Sendemast, öffentlich zugänglich macht.