Ruhpolding/Bad Reichenhall – Arbeit und Urlaub wachsen immer mehr zusammen. Trends wie „Coworking“ und „Workation“ eröffnen im Zuge von „New Work“ neue Chancen für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie der Region. Ein Projekt der Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein zeigt dies deutlich. Fünf Partner beteiligen sich an dem Projekt, darunter Chiemgau GmbH Tourismus, Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH sowie die Wirtschaftskammer Salzburg. Bis Ende November läuft das Förderprojekt, das mit einer Online-Konferenz und einer Fachexkursion startete. Dabei wurden verschiedene Best-Practice-Beispiele vorgestellt.
Beim Coworking stellt ein Anbieter digitale und bürotechnische Infrastruktur für Einzel- oder Teamarbeit zur Verfügung. Dies erspart vor allem Pendlern lange Anfahrtswege. „Workation“ hingegen kombiniert Arbeit („work“) und Urlaub („vacation“) dank digitaler Ausstattung an einem Wunschort. Besonders durch die Zunahme von Homeoffice wächst die Beliebtheit dieses Modells auch bei Familien.
In Ruhpolding präsentierte Monika Harlinghausen-Smith ihr 2023 eröffnetes Design-Boutique-Konferenzhotel „Wandl“. Der alte Klausmeisterhof wurde barrierefrei, digitalisiert und mit acht Hotelzimmern sowie einem Ferienhaus ausgestattet. Zusätzlich entstand eine Eventfläche mit Panoramablick sowie ein Coworking-Café.
In Bad Reichenhall stellten Rita und Florian Grießenböck ihre drei „Alpenstadthotels“ vor. Durch gezielte Modernisierung entstanden Räume, die Digitalnomaden, Familien und Seminargäste gleichermaßen ansprechen. Die Kombination aus Arbeits- und Wellnessbereichen zieht zunehmend jüngere Gäste an.
Im Lungau wurde beispielhaft gezeigt, wie eine ehemalige Zimmerei in St. Michael in eine Apartment-Location mit Bistro und Kunstgalerie verwandelt wurde, in der sich Arbeit und Freizeit ideal verbinden lassen. In Tamsweg entstand zudem ein moderner Coworking-Space mit 18 Arbeitsplätzen, der Pendlern lange Wege erspart und die Verbindung von Natur, Freizeitmöglichkeiten und digitaler Infrastruktur bietet.
Die Diskussion der Exkursionsteilnehmer zeigte, dass Coworking und Workation besonders bei Projektteams, Seminargästen, Freiberuflern, Unternehmern und Familien gefragt sind. Voraussetzungen dafür sind eine hochwertige digitale Infrastruktur, geeignete Arbeitsräume und eine hohe IT-Sicherheit.
Jens Hornung (Chiemgau GmbH Tourismus) und Maren Hauke (Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing GmbH) resümierten: „Die neuen digitalen Angebote bieten sowohl Hotels als auch kleinen Anbietern von Ferienappartements abgestufte und interessante Möglichkeiten, um neue Zielgruppen anzusprechen.“ Axel Effner