Schleching – Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde über die Finanzierung der Musikschule, insbesondere der Filiale Schleching, informiert und diskutiert.
Seit neun Jahren haben die Gemeinden Grassau, Bernau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach und Unterwössen eine Zweckvereinbarung zum Betrieb der Musikschule geschlossen.
In Schleching werden in Einzel- oder Zweiergruppen viele Instrumente unterrichtet, wie Blockflöte, Klarinette, Baritonhorn, Tenorhorn, Horn, Trompete, Querflöte, Gitarre, Akkordeon, Volksharfe, Hackbrett, Klavier, Schlagzeug, Diatonische Harmonika, Violine und Cello sowie Angebote für musikalische Früherziehung, Leistungsprüfungen, Instrumentenkarussell, Chor, Klassenmusizieren und Registerproben.
Die finanzielle Entwicklung war seit 2016 von der Einnahmen- und Ausgabenseite von Anfang an defizitär. Das Defizit in 2016 (Beginn erst im September) lag für die gesamte Musikschule bei 312520 Euro. Der Schlechinger Anteil wurde in Höhe von 5226 Euro verbucht. Im Jahr 2025 ist mit einem Defizit von 597100 Euro für die gesamte Musikschule zu rechnen. Für Schleching bedeutet das einen Anteil von 54925 Euro. Komplementär sind in dieser Zeit auch die Schülerzahlen von 51 auf 84 angestiegen, explizit in den Jahren 2023/2024 von 59 auf 84 Schüler im Schuljahr 2024/2025. Insgesamt werden 917 Schüler in der Musikschule betreut.
Die Kämmerin Stephanie Oberressl verwies auf die knappe Haushaltskasse und sah nur den Weg der Kürzung von freiwilligen Leistungen der Gemeinde. Es wurde ein Gespräch mit der Musikschule, dem Vorstand des Musikvereins und der Schlechinger Musikkapelle geführt und gemeinsam nach Lösungen gesucht, denn die Gemeinde möchte an der geschlossenen Vereinbarung festhalten, um den Schlechinger Musikschülern eine gute Chance zu geben, sich musikalisch weiterzuentwickeln.
Das sahen die Gemeinderäte genauso und machten ihre Vorschläge zur Finanzierung. Zuvor sprach Otto Dufter, der musikalische Leiter der Musikschule. Er war dankbar, dass die Zweckvereinbarung erhalten bleiben soll. Er erläuterte, dass in Schleching 31 Stunden á 45 Minuten unterrichtet werden. Das entspräche mindestens einer Vollzeitkraft, es sind aber 23 Lehrer, die in Schleching unterrichten, durch die vielen verschiedenen Angebote. Er sah ebenso die negative Entwicklung der Defizite und will versuchen, die Personalkosten im Zaum zu behalten. Es stehe auch alle zwei Jahre die Gebührenerhöhung an und die nächste noch in diesem Jahr, davon erhofft er sich das Defizit verringern zu können. Außerdem war er der Meinung, dass, je größer das Angebot ist, desto teurer wird es, sah aber auch das Potenzial der Kinder und Jugendlichen, das genutzt werden sollte. Im oben genannten gemeinsamen Gespräch hatte Otto Dufter angeboten, den Betrag auf einen jährlichen Sockel von 45000 Euro zu senken für die nächsten zwei Jahre. Die Gemeinde hatte 40000 Euro vorgeschlagen.
Um die Senkung zu finanzieren, sollen verschiedene Wege versucht werden, wie die Generierung von Spenden, Zuschüsse von der Sawallisch-Stiftung und Eigner-Stiftung, Punktekarten und Einzel- in Gruppenunterricht umzuwandeln.
Verschiedene Gemeinderatsmitglieder wollten, dass an anderen Stellen der freiwilligen Leistungen in der Gemeinde gespart wird, wie zum Beispiel beim Heimatbuch oder Wohnmobilstellplatz (Martina Hammerl-Tiefenböck, UBS).
Christian Zaiser (UBS) sah ebenfalls die Möglichkeit der Kürzung von freiwilligen Leistungen und einer genauen Prüfung, für was Geld ausgegeben wird, zum Beispiel im Bereich Kinder/ Jugend, soziale Gemeinschaft und Tourismus.
Remigius Bauer (Parteilos) meinte, dass die 45000 Euro machbar seien, aber sah, dass das Problem dann in zwei Jahren wieder ansteht. Er wollte gemeinsam eine interne Prioritätenliste erstellen, welche freiwilligen Leistungen wirklich wichtig sind.
In der Abstimmung im Schlechinger Rat waren acht Gemeinderatsmitglieder abschließend für einen Sockel von 45000 Euro jährlich für zwei Jahre und vier dagegen. wun