Prien – Über 3000 Kilometer hatten die 15 jungen Musiker mit ihren vier Lehrern und einigen Eltern zurückgelegt, um nach zehn Jahren Pause endlich die Musikschulfreundschaft zwischen der Musikschule Prien und der Sortland Kulturskole wieder aufleben zu lassen. Und dann das: Ganze vier Tage mussten die norwegischen Gäste auf ihre Koffer warten! Da kamen die Organisatorinnen Guro Stigen Kvannli, Lisa Holstad, Anna-Sofia Ulfsax und Musikschulleiterin Brigitte Buckl nicht nur wegen der Witterung gehörig ins Schwitzen. Denn neben Alltäglichem wie Sommerkleidung, Zahnbürsten und Badehosen mussten auch viele der Noten neu beschafft und eingerichtet werden, damit die jungen Streicher mit ihren deutschen Freunden proben konnten. Neben einem umfangreichen Ausflugsprogramm mit Besuchen auf den Inseln, in Salzburg und mit Badespaß im für nordnorwegische Kinder „bacherlwarmen“ Chiemsee wurde fleißig für das Doppelkonzert geübt.
Und dann am Vorabend des Konzertes: „Endlich, die Koffer sind da!“, freuten sich die norwegischen Betreuerinnen. Und so konnten alle norwegischen Musiker nun doch mit ihrer Konzertkleidung und mit den eigenen Noten auf die Priener Bühne. Im trotz Priener Festwoche gut gefüllten Chiemseesaal präsentierten die jungen Streicherinnen und Streicher aus Deutschland und Norwegen ein „vielsaitiges“ Programm. Das gemeinsame Streichorchester hatte einen „Flash mob“ und drei traditionelle Stücke aus Norwegen und Bayern geprobt, besonders gefielen dem Publikum die „Angry birds“ und „Reodors Ballade“ und auch ein Csardas und ein Sehnsuchtswalzer der österreichischen Violinpädagogin Andrea Holzer-Rhomberg erklangen. Ein norwegisches Streichtrio spielte nach einer schnellen Auffrischungsprobe am Nachmittag Haydns Trio in G-Dur, zwei Klavierduos der Priener Lehrkraft Beste Aydin Krämer trugen mit einem „Scherzo“ von Diabelli und einer „Mailarina Solitaria“ von M. Schmitz zum Gelingen des Konzerts bei und auch die Lehrkräfte zeigten ihr Können.
Ein Lehrertrio der Priener Musikschule präsentierte Publikum und Gästen bayerische Volksmusik mit dem Maxglaner-Marsch und dem Dum-Dum-Walzer. Das norwegische Lehrerquartett revanchierte sich mit norwegischer Volksmusik mit „Vigstamoin“ und einem „Reinlender fra Sønndala“, bei dem manch Fuß im Publikum und im Orchester zu wippen begann.
Das Finale gehörte dann wieder dem großen Streichorchester, in dem die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften „Låt fran Shetland“, „Tanz, tanz Yidele“ musizierten und zum krönenden Abschluss das Thema aus der Kleinen Nachtmusik von Mozart intonierten. Das Publikum war begeistert von diesem wunderbaren, herzerfrischenden Konzert. bef