Bernau – Auf ein besonderes Jubiläum konnte der GTEV „Almarausch“ Hittenkirchen zurückblicken: Vor genau 50 Jahren im Juli 1975 wurde ihr Trachtenheim feierlich eingeweiht. Dieses Ereignis wurde nun mit einem ebenso festlichen wie würdigen Abend gefeiert. Das Heim präsentierte sich dafür besonders liebevoll hergerichtet: Weiße Tischdecken, Kerzen und Blumenschmuck sorgten dank der Vorbereitung durch die Trachtenfrauen für einen feierlichen Rahmen. Die musikalische Umrahmung übernahm – wie schon zur Einweihung – die Blaskapelle Wildenwart.
Idee zum Bau
entstand 1974
Den Auftakt des Abends bildete ein gemeinsamer Auftanz der Kinder- und Jugendgruppe, bei dem rund 20 Paare die Tanzfläche vollständig füllten. Im Anschluss hieß Vorsitzender Christoph Kaufmann die Gäste im voll besetzten Trachtenheim herzlich willkommen. „Besonders freut mich, dass neben den Vereinsmitgliedern auch fast alle Ehrengäste gekommen sind“, zeigte sich Kaufmann erfreut. In seiner Begrüßung hieß er unter anderem die Bernauer Altbürgermeister Wolfgang Zeitlmann, Lorenz Steindlmüller und Klaus Daiber, Pfarrer Josef Steindlmüller, die Familie Gregori als Erbpachtgeber des Grundstücks, Peter Fitzner als Vertreter der VR Bank, die Ehrenmitglieder des Vereins sowie zahlreiche Gemeinderatsmitglieder herzlich willkommen. Danach blickte Christoph Kaufmann auf die Geschichte des Trachtenheims zurück. Einführend charakterisierte er den typischen Hittenkirchener als „zielbewusst, freundlich, vorausschauend, geradlinig, anpackend, nicht jammernd und in die Zukunft schauend“. So sei es damals gewesen und bis heute habe sich daran nichts geändert. Die Eigenschaften haben den Bau des Trachtenheims und das bis heute fortwährende starke Vereinsleben ermöglicht.
Die Idee zum Bau des Heimes entstand 1974. Sechs Männer des damaligen Vorstands, Christian Kaufmann, Michael Berneder, Andreas und Toni Bauer, Kaspar Steindlmüller sowie Jakob Irrgang, fassten per Handschlag den Entschluss, gemeinsam ein eigenes Heim für den Verein zu schaffen. Es folgte der Grundstückserwerb auf Erbpacht-Basis. In nur drei Monaten Bauzeit – vom 9. April bis zur Einweihung am 11. Juli – entstand mit über 5000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von rund 200 Helfern das heutige Trachtenheim.
Was damals mit Idealismus begann, entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem Zentrum des gemeinschaftlichen Lebens in Hittenkirchen. Das Heim wurde nicht nur zu einer Hochburg des Volkstanzes, sondern beherbergt seit über 20 Jahren auch die Theatergruppe des Vereins. Der Saal steht den Mitgliedern kostenlos für Feierlichkeiten zur Verfügung – ein Angebot, das regelmäßig in Anspruch genommen wird. Auch Ortsvereine, Verbände und die Gemeinde nutzen die Räumlichkeiten vielfach für Versammlungen, Kurse oder kulturelle Veranstaltungen.
400 Mitglieder
im Verein
Aktuell zählt der Verein knapp 400 Mitglieder. Trotz der finanziellen Belastungen, die der Bau mit sich brachte, wurden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Investitionen gestemmt – vom Ausbau des Kellers über neue Fenster und Küche bis hin zur Heizung, einem neuen Kachelofen und der jüngst abgeschlossenen Vollsanierung der Herrentoilette. Letztere wurde im Rahmen des Festabends erstmals in Betrieb genommen. Durchschnittlich finden rund 30 Veranstaltungen pro Jahr statt, die insgesamt etwa 4000 bis 10000 Besucher ins Trachtenheim bringen.
Einen besonderen Programmpunkt bildete die Ehrung jener drei Männer, die zu den lebenden Initiatoren des Trachtenheims zählen: Michael Berneder, Andi Bauer und Toni Bauer. Sie wurden – gemeinsam mit ihren Ehefrauen – für ihre Verdienste beim Bau und der Gründung des Hauses gewürdigt. Eine weitere Auszeichnung erhielt Frieda Würtz, die sich über Jahrzehnte hinweg in außergewöhnlicher Weise um das Trachtenheim verdient gemacht hat. Im weiteren Verlauf des Abends gestalteten die Kinder-, Jugend- und Aktivengruppen ein abwechslungsreiches Programm. Unter der Ansage von Hanna Wörndl wurden Plattler, Tänze und als festlicher Höhepunkt ein Kronentanz der Aktiven aufgeführt.
Dazwischen gab es einige Grußworte und Geschenkübergaben aus den Reihen der Ehrengäste. Die Bernauer Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber bezeichnete das 50-jährige Bestehen als „Wahnsinn“ und ein starkes Zeichen für Gemeinschaft und Heimatverbundenheit. Sie erinnerte daran, dass der Bau damals ohne staatliche Zuschüsse und nur mit dem Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft gestemmt wurde. Als Zeichen des Dankes überreichte sie im Namen der Gemeinde einen Gutschein für 50 Liter Bier.
Der Gauvorsitzende Thomas Hiendl, der zusammen mit seiner Stellvertreterin Elisabeth Tengler der Einladung folgte, sprach von „Weitsicht und Mut“ der damaligen Vorstandschaft und betonte die Bedeutung des Vereinsheims als eines der ersten dieser Art im ganzen Gau-Gebiet. Er dankte dem Verein auch für die Gastfreundschaft bei zahlreichen Veranstaltungen des Gauverbandes. „Bauen ist das eine, Leben das andere – dafür besteht beim Trachtenverein Hittenkirchen kein Zweifel“, so Hiendl abschließend.
Ausflugsgutscheine
aus Bernau
Die Ortsvereine von Hittenkirchen und Umgebung – Veteranen, Feuerwehr, Schützen und Eisschützen – schlossen sich dem Dank an und überreichten gemeinschaftlich ein Fass Bier. Der Patenverein Bernau, vertreten durch Vorsitzenden Franz Praßberger, überreichte einen Ausflugsgutschein und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass sie während des Umbaus des Gasthofs Kampenwand das Trachtenheim in Hittenkirchen für Proben und Veranstaltungen nutzen durften. Zum Abschluss überreichte der Nachbar-Trachtenverein aus Prien mit seinen Vorsitzenden Klaus Kollmannsberger und Lorenz Obermüller ebenfalls ein Geschenk zum besonderen Jubiläum.