Traunstein – Einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Stadtplatz feierten anlässlich der Traunsteiner 650-Jahr-Feier hunderte Gläubige am vergangenen Sonntagvormittag zusammen mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche.
Als Ehrengäste durfte man neben zahlreichen politischen Vertretern wie das Traunsteiner Stadtoberhaupt Dr. Christian Hümmer auch den evangelischen Regionalbischof Thomas Prieto Peral sowie den katholischen Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg in Traunstein begrüßen. Der Posaunenchor Traunstein unter der Leitung von Matthias Bertelshofer sorgte für die musikalische Begleitung.
Ein Anlass
für Dankbarkeit
„650 Jahre Stadt Traunstein bedeuten auch 650 Jahre Höhen und Tiefen sowie Armut und Reichtum“, betonte Christian Hümmer in seiner kurzen Ansprache vor dem Gottesdienst und ergänzte, „heute bilden wir eine starke Gemeinschaft in der Gesellschaft, in unserer Kultur und Lebensart – und dies zusammen im Glauben und mit der Kirche“. Oberbürgermeister Christian Hümmer brachte darüber hinaus zum Ausdruck, dass dieses Jubiläum nicht nur zum Feiern einlädt, sondern auch einen Anlass für Dankbarkeit und Innehalten bieten soll, was auch in diesem Gottesdienst zum Ausdruck gebracht werden solle.
Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg ergänzte, „650 Jahre Stadtgeschichte sind auch 650 Jahre bewegte Kirchengeschichte“ und betonte „Christen sind dennoch Menschen, die positiv in die Zukunft blicken“. In ihren Eröffnungsworten betonten Dekan Peter Bertram sowie Dekan Dr. Florian Schomers, „650 Jahre sind ein Grund zu feiern“. In all der Zeit haben sich ihren Worten nach „Menschen für die Gemeinschaft und haben für andere gesorgt. Dabei begaben sie sich stets auf die Suche nach der Stadt Bestes“ – wie es in der Predigt über Jeremia geschrieben steht.
In seiner Predigt nahm Regionalbischof Thomas Prieto Peral starken Bezug auf die regionalen Geschehnisse und hob hervor, „dass die Stadt in ihrer Geschichte mehrmals Niederlagen einstecken musste und in Kriege verwickelt war“. Ausgezeichnet hat sie seinen Worten nach, „man ist immer wieder aufgestanden und ist die Dinge angegangen“. Augenzwinkernd ergänzte er „typisch Traunstein eben“.
Den immerwährenden Konflikt zwischen Menschen „die das Alte bewahren wollen“ und denjenigen die „die Erneuerung vorantreiben möchten“, machte er an der Umgestaltung des Maxplatzes deutlich. „Traunstein ist keine Stadt der leisen Töne und ist eine Stadt des Diskurses“, stellte er fest und betonte, „dies war schon beim Salz und beim Bier so und nun eben auch bei der Neugestaltung des Maxplatzes. Wenn auch lange gestritten wurde, ist nun ein wunderschöner Platz entstanden“.
Dennoch ermutigte er die Gläubigen dazu, trotz unterschiedlicher Ansichten in die Diskussion zu gehen, um nach einem gemeinsamen Weg zu suchen“. Am Wichtigsten sei es, „dass niemand verloren geht oder draußen stehen gelassen wird“, ermutigte Thomas Prieto Peral.
Die Fürbitten wurden durch Pfarrer Alois Vogl, Gemeindereferentin Monika Angerer, Pfarrerin Hannah von Schroeders, Silke Huber, Nicoletta Göttlicher und Pfarrer Thomas Seitz vorgetragen. Zum Abschluss des Gottesdienstes stimmten die Musiker des Traunsteiner Posaunenchores unter der Leitung von Matthias Bertelshofer das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ an. Mehrere hundert Gläubige stimmten mit ein.
Delegation
aus Tansania
Die weiteste Anreise zum Gottesdienst hatte sicherlich die evangelische Partnerdelegation aus Tansania. Außerdem gestaltete Gemeindereferent Ulrich Englmaier in der Stadtpfarrkirche eigens einen Kindergottesdienst. Beteiligt hatten sich auch einige Fahnenabordnungen aus Haslach, Kammer und Traunstein. Viele Menschen nutzten im Nachgang zum Gottesdienst die Möglichkeit, um mit den beiden ranghohen Geistlichen ins Gespräch zu kommen oder ein Erinnerungsfoto anzufertigen.