Ein begeisternder Jubiläumsabend

von Redaktion

200 Jahre Blaskapelle Übersee-Feldwies und 50 Jahre Musikverein gefeiert

Übersee – Mitreißende abwechslungsreiche Musik mit versierten Musikanten erfreute das Publikum beim Jubiläumsabend des Musikvereins Übersee-Feldwies im großen Festzelt in Moosen. Viele Besucher aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus waren erschienen, darunter viele Vertreter aus Geistlichkeit und Politik. Gleichzeitig mit dem Jubiläum des Musikvereins feierte auch der Bezirksmusikverband für den Chiem- und Rupertigau im Musikbund von Oberbayern und Niederbayern (MON) sein 55. Bezirksmusikfest, sodass auch Vertreter aus den 16 Bezirken des Musikbundes mit dabei waren und Musikanten der Musikkapellen von weither.

Der Bezirksverband für den Chiem- und Rupertigau ist der größte im Musikbund und setzt sich aus drei Musikschulen und 58 Mitgliedskapellen mit insgesamt 3500 Musikern zusammen.

Musikanten
spielten auf

Beste musikalische Unterhaltung bot die Blasmusikkapelle Übersee-Feldwies unter der Leitung von Thomas Lindlacher und Lothar Beyschlag den ganzen Abend hindurch. Auch die Jugendmusikkapelle Übersee unter Leitung von Markus Genghammer stellte einmal mehr unter Beweis, dass der Nachwuchs nicht ausstirbt und hoch motiviert ist. Beim Totengedenken spielte die Musikkapelle einen getragenen Trauermarsch für alle Verstorbenen des Musikbundes.

Neben vielen, stets nicht zu ausführlichen Festreden, unter anderem von Übersees Bürgermeister Herbert Strauch, der auch Schirmherr des Musikfestes ist, gab es eine lustige Einlage des Theatervereins Übersee, der die etwa 200 Jahre alte historische Entwicklung der Blasmusikkapelle in Übersee aufs Korn nahm.

Strauch stellte kurz das Dorf vor, in dessen Vereinen sich Tradition und Weltoffenheit spiegele, besonders auch in dem heuer seit 50 Jahren bestehenden Musikverein Übersee-Feldwies. Er dankte den Organisatoren des Festes und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern sowie Sponsoren, ohne die das Fest nie zustande gekommen wäre. Der Bezirksvorsitzende des Musikbundes für Ober- und Niederbayern, Thomas Egger, überreichte symbolisch ein kleines Schnapsfassl zum Dank für die geleistete Arbeit an den Vorsitzenden des Musikvereins Christian Kroner und den Zweiten Vorsitzenden und Festleiter Markus Genghammer.

„Musik ist der Schlüssel zum Herzen der Welt“, sagte Andreas Danzer als noch stellvertretender Traunsteiner Landrat am Festsonntag. Er dankte all denen, die dafür sorgen, dass die Blasmusik in unserer Heimat weiterlebe, weil sie ein „wertvoller Bestandteil der bayerischen Kultur und Tradition“ sei. Das gemeinsame Engagement und Musizieren im Verein bringe Menschen zusammen, schaffe Gemeinsamkeit und fördere den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wichtiger Programmpunkt beim Jubiläumsabend war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Seit 1975 sind zehn der Gründungsmusikanten noch immer aktiv dabei. Sie waren zunächst in der Jugendkapelle, die 1981 als Blaskapelle das Erbe der alten Überseer Kapelle antrat. Vom Vorsitzenden Christian Kroner mit Ehrennadeln geehrt und von Bezirksvorsitzendem Thomas Egger mit Urkunden ausgezeichnet wurden Stefan Gelder (Tenorhorn), Karl Fritzenwenger (Es-Horn), Peter Gries (Flügelhorn), Josef Lechner (Trompete), Albert Hunglinger (Schlagzeug), Helmut Haumayer (Flügelhorn), Thomas Strohmayer (Klarinette), Sebastian Stöger (Bariton), Franz Gnadl (Posaune) und Roland Steiner (Es-Horn).

Ehrennadel für den
Ehrendirigenten

Die höchste Ehrung – die diamantene Ehrennadel – erhielt Ehrendirigent Christian Dengler, dem es nach dem mehr als 150-jährigen Bestehen der alten Überseer Blaskapelle federführend gelungen war, das damalige Nachwuchsproblem zu lösen. Zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Georg Gschwendner, Pfarrer Korbinian Springer, den Altmusikanten Nik Holzner (Radlschuster), Josef Schwaiger (Fischer Sepp), Jak Haumayer und dem Wirt Karl Jobst senior bewahrten sie durch engagierte Initiative und Werbung bei Kindern und Jugendlichen in Schulen und Vereinen die Blasmusikkapelle in Übersee vor dem Aussterben.

Mit Johlen und Freudenbezeugungen aller Art aus dem Publikum wurden die Musikstücke bedacht, die alle anwesenden ehemaligen Mitglieder der Musikkapelle zusammen zum Besten gaben.

Auch die offizielle Stabübergabe des langjährigen Dirigenten Thomas Lindlacher, der seit 2010 die Kapelle geführt hatte, an Lothar Beyschlag wurde mit viel Beifall bedacht. Bei all dem Jubel und bester Bewirtung steigerte sich die gute Laune im Festzelt immer mehr, sodass bis spät in die Nacht gefeiert wurde.

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