Martin Lackner oder Andreas Danzer?

von Redaktion

Über den neuen Traunsteiner Landrat entscheidet am Sonntag wohl die Wahlbeteiligung

Landkreis Traunstein In einer Stichwahl wird am kommenden Sonntag entschieden, wer neuer Landrat im Landkreis Traunstein wird. Die beiden stimmenstärksten Kandidaten aus der ersten Wahlrunde vom 29. Juni stehen sich gegenüber: Martin Lackner (CSU) aus Engelsberg und Andreas Danzer (Freie Wähler) aus Grabenstätt. Lackner kam im ersten Wahlgang auf 32,9 Prozent und Danzer auf 20,1 Prozent.

13 Prozent
Differenz

Die Herausforderung für Andreas Danzer ist es, die knapp 13 Prozent Rückstand auf Martin Lackner aufzuholen. Eines der entscheidendsten Dinge wird also die Wahlbeteiligung. Schon im ersten Wahlgang war sie mit 42,4 Prozent recht niedrig.

Lassen sich die Wähler der anderen sieben Kandidaten, die Ende Juni zur Wahl standen, noch mal mobilisieren? Allein der drittplatzierte SPD-Kandidat Christian Kegel brachte es auf 14,4 Prozent. Je mehr Wähler der anderen Kandidaten am Sonntag auf ihr Wahlrecht verzichten, umso größer dürften also die Chancen für CSU-Mann Lackner sein. „Stichwahlen haben ihre eigenen Regeln“, hieß es von den Kandidaten nach dem ersten Wahlgang unisono. Darauf hofft auch FW-Kandidat Danzer: Die Erfahrung der vergangenen Jahre in Bayern zeige, dass Kandidaten der Freien Wähler in Stichwahlen gegen CSU-Kandidaten sehr gute Chancen hätten, meinte der Grabenstätter.

Martin Lackner kann dagegen auf eine potenziell breitere Wählerbasis seiner CSU hoffen. Ein nicht-repräsentatives Leser-Voting bei chiemgau24.de, bei dem seit 30. Juni abgestimmt werden kann, zeigt übrigens ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden.

In vier Gemeinden war Andreas Danzer im ersten Wahlgang stimmenstärkster Kandidat: Grabenstätt, Ruhpolding, Siegsdorf und Vachendorf. Alle anderen Kommunen im Landkreis, mit Ausnahme von Traunstein und Waging, gingen an Martin Lackner. Eine offizielle Wahlempfehlung der anderen Kandidaten und Fraktionen für einen der beiden gibt es nicht. In den letzten Tagen vor der Stichwahl absolviert Lackner nochmal Wahlkampftermine in Taching und Ruhpolding, Danzer in Waging und Otting.

Keine Wahlempfehlung

Der neue Landrat tritt seinen Posten am Tag nach der amtlichen Feststellung des Wahlergebnisses an, also am 16. Juli.

Die Amtszeit endet nicht nach den üblichen sechs Jahren, sondern mit dem Ablauf der nächsten regulären Wahlperiode, also im Jahr 2032. Zuletzt wurden die Geschäfte im Landratsamt von Walchs Stellvertreter Sepp Konhäuser (SPD) geleitet.

Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, bis um 20 Uhr dürfte das Endergebnis vorliegen.

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