Luxus-Ferienwohnungen genehmigt

von Redaktion

Grüne Räte kritisieren Verlust von Wohnraum und Bodenwerten in Seebruck

Seeon-Seebruck – Der Gemeinderat von Seeon-Seebruck hat in seiner jüngsten Sitzung mit zwei Gegenstimmen die leicht geänderte Planung von luxuriösen Ferienwohnungen in der Haushoferstraße genehmigt. Einer damit verbundenen Nutzungsänderung von Wohnungen in Ferienwohnungen im Chalet-Stil hatte das Gremium bereits bei der ersten Vorstellung des Konzeptes mehrheitlich zugestimmt, forderte jedoch eine Überarbeitung der Planung, insbesondere der Fischmuster-Fassade. Nach mehreren Gesprächen wurde der Antragsteller gebeten, Alternativen bezüglich der Fassaden- und Dachgestaltung sowie des Erschließungsturms zu prüfen.

Überarbeiteter
Entwurf

Der Bauherr, die RSR GmbH Immobilien, kam dieser Bitte nach und stellte jetzt in der Gemeinderatssitzung vor. Vom Grundsatz her ändert sich wenig: Das Bestandsgebäude, ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten, wird entkernt und saniert. Neu angebaut wird ein Erschließungsturm als Eingangsbereich. Ziel sei es, hochwertige Ferienwohnungen bei ganzjähriger Vermietung am See anzubieten, sagte Stefan Renner von der RSR GmbH Immobilien. „Das Konzept an sich ist schwer veränderbar, weil es sonst kein Ganzjahreskonzept mehr ist.“

Die Alternativen, die Fisch-Fassade durch eine Lamellen-Fassade zu ersetzen und das Gebäude etwas dunkler zu gestalten, um es besser in die Umgebung einzufügen, wurden allgemein begrüßt. Ebenso die Vorschläge, das Satteldach des Hauptgebäudes optisch zu unterbrechen und die Flachdächer des Erschließungsturms und des „Fischerhäusels“ zu begrünen. Das „Fischerhäusl“ mit Saunabereich soll südlich der Traunsteiner Straße situiert werden. Zudem ist in dem kleinen Gebäude im Sommer ein Fahrrad- und Stand-up-Paddle-Verleih vorgesehen. Im Winter könnten beispielsweise Heißgetränke ausgeschenkt werden, so Renner. Durch die Überarbeitung sei es auch gelungen, den Abstand zum Gehweg an der Traunsteiner Straße auf drei Meter zu erhöhen. Auf Nachfrage erklärte der Bauherr, mit der Umsetzung zu beginnen, sobald er das „OK“ von der Gemeinde habe.

Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) erklärte zusammenfassend, dass die Gemeinde mit dem jetzigen Betriebskonzept mitgehen könne. Neben einem Antrag zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, wo unter anderem auch die Schutzgüter der Nachbarschaft geprüft werden, müssten auch vor Satzungsbeschluss die Auflagen zur sozialgerechten Bodenpolitik notariell geregelt und vom Gemeinderat genehmigt werden.

Mit Ausnahme von Toni Mayer und Michaela Losbichler von Bündnis 90/Die Grünen stimmte das Gremium der geänderten Planung zu. Losbichler befürchtet, dass das Projekt auch bei den Nachbarn Begehrlichkeiten wecken und damit die Bodenrichtwerte künstlich nach oben treiben könnte. Zudem sei es schade um den Wohnraum. Toni Mayer pflichtete ihr bei und befürchtet nach dem Motto, dass der Weg zu großen Projekten in viele kleine Teilschritte aufgeteilt werde, dass durch das Vorhaben ein sogenanntes „Tegernseer Modell“ entstehen könnte, bei dem nur noch Luxus- und Nobelferienwohnungen (Hotels) entstehen könnten. Mayer sagte: „Ich kann dem nicht zustimmen.“

Für Stefan Berger (CSU) ist das Projekt eine Bereicherung: „Ich find des toll. Des wird mit Sicherheit eine Bereicherung.“ Sein Parteikollege Sepp Daxenberger bezeichnete das Projekt als „absolut schlüssig“. Es habe sich im Großen und Ganzen nichts geändert. Daxenberger ist auch davon überzeugt, dass von dem Vorhaben auch die örtliche Gastronomie erheblich profitiert. Auch die Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic und ihre Parteikollegen der Freien Wähler, Sabine Pfaffenzeller, Andreas Niedermaier und Martha Gruber, befanden die leicht abgeänderte Planung als gefälliger und stimmiger.

Kosanovic sagte, dass es insgesamt jetzt viel ruhiger gehalten sei und die neue Lamellenfassade weniger optische Angriffsfläche biete. Martha Gruber wies aber mit Nachdruck darauf hin, dass Ferienwohnungen zwar wichtig seien, Einheimische auf Wohnungssuche aber nicht zum Zug kämen.

Pool und
Wellness-Bereich

In dem Gebäude sollen insgesamt elf Appartements mit jeweils 50 bis 65 Quadratmeter entstehen. Zielgruppe sollen Erwachsene mit Schwerpunkt auf Sport und Gesundheit sein. Auf der Seeseite ist eine Gartenlounge mit Pool und Wellness-Bereich mit überdachten Liegeflächen geplant. Die an das Bestandsgebäude angebauten Laubengänge sollen der Erschließung der Wohnungen dienen. Aufgrund der exklusiven Ausstattung und der geplanten Erholungseinrichtungen können die Ferienwohnungen das ganze Jahr über betrieben werden.

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