Prien/München – „Natürlich ist eine gewisse Aufregung davor, aber auch eine große Vorfreude. Und es ist einfach schön, zu sehen, wenn das Publikum auch auf den Film anspringt“, sagt Tanja Schmidbauer gegenüber der Chiemgau-Zeitung.
Für sie und ihren Bruder Andreas gibt es Grund zum Feiern. Die Geschwister aus Prien haben den Film „Bubbles“ (Regie Sebastian Husak) produziert. Und der hatte kürzlich seine Weltpremiere auf dem Filmfest in München.
Über den
blauen Teppich
Für die beiden ein unbeschreibliches Gefühl, inmitten internationaler Vertreter der Filmbranche und einer großen Menge an Filmbegeisterten zu sein und das Festival aus einer ganz anderen Sicht zu erleben. Zusammen mit einem Großteil aus Bubble-Cast und Filmteam ging es anfangs über den blauen Teppich im Münchner City-Kino. „Man hat da vom Blau des Teppichs nicht mehr viel gesehen, so viele waren wir“, sagt Tanja scherzhaft. Besonders erfreulich für die Crew: Die Premiere war komplett ausverkauft.
„Da sind die Leute sogar noch vor dem Kino mit den Filmpostern gestanden und Zetteln in der Hand, wo drauf stand ,Suche ein Ticket.‘ Das war auch einfach mega“, sagt Andreas.
„Bubbles“ handelt von zwei Pärchen, die – wie der Name schon sagt – zwei unterschiedliche Leben führen und somit in eigenen Bubbles leben. Sie verbringen ein gemeinsames Wochenende in einer Strandhütte. Als jedoch die gespaltene Urlaubsgemeinschaft unter Druck gerät und sich die ehemals besten Freunde Fiete (Leonard Scheicher) und Luca (Johannes Nussbaum) mit einer Schuld aus der gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzen müssen, kommt es zur Katastrophe.
Eine Geschichte, die bestimmt viele nachvollziehen können, wie Andreas Schmidbauer in einem früheren Interview gesagt hat. „Wenn wir auf Freunde aus der Schulzeit treffen, mit denen wir uns auseinandergelebt haben, dann versteht man sich manchmal auch nicht mehr so mit denen, weil jeder doch einen unterschiedlichen Lebensweg eingeschlagen hat.“ Es soll ein Film sein, der auch zum Nachdenken anregt. „Und dieses Ziel haben wir erreicht“, sagt Tanja Schmidbauer. Denn das Feedback nach der Premiere war durchweg positiv.
„Wir hatten sofort die ersten Gespräche geführt und die Leute haben auch gesagt, sie nehmen was mit nach Hause. Einige mussten auch erstmal überlegen, mit welchem Charakter sie sich identifizieren und wie der Film auf ihr Leben reflektiert“, fügt sie hinzu. „Bubbles“ war beim Filmfest für den „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ nominiert. Darin enthalten sind die Kategorien Regie, Produktion, Drehbuch und Schauspiel.
Mitte Oktober
im Kino
Die Preise gingen zwar an die Konkurrenz der Priener Geschwister, doch für sie kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Denn die Erfahrung zählt für die beiden. Zudem konnten sie in München interessante Gespräche führen und auch die Weichen für weitere Projekte stellen. Mehr dazu dürfen sie aber noch nicht verraten. „Bubbles“ kommt jedenfalls am 23. Oktober in die deutschen Kinos. Auch eine Kinotour ist geplant und zuvor soll der Film sogar noch auf weiteren Festivals gezeigt werden. Es bleibt also spannend.