Bahnhof bekommt Wetterschutz

von Redaktion

Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Bahn in Prien erreicht

Prien – An Regentagen sieht der Priener Bahnhof verlassen aus, da die wartenden Bahnreisenden lieber in der Unterführung warten, als am Gleis. Denn dort fehlen nach wie vor die Dächer auf den Skeletten der denkmalgeschützten Säulen. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache, wie Bürgermeister Andreas Friedrich dem Priener Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mitteilte. Denn die Bahn und der bayerische Denkmalschutz haben sich über eine gemeinsame Lösung verständigt.

Kompromiss
ist die Lösung

„Die finale Freigabe vom Denkmalschutz und der finale Plan der Bahn fehlt meines Wissens nach noch, aber eine gemeinsame Lösung wurde skizziert“, berichtet Friedrich der Chiemgau-Zeitung aus einem Abstimmungsgespräch. Die Pressesprecherin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege bestätigt auf Anfrage die „Kompromissidee“ und nennt Details: Es ist vorgesehen, „den Bereich der Unterführung und von dort ausgehend in Gleisrichtung München durch eine in der Silhouette angepasste Neukonstruktion zu überdachen.“ Dies sei durch künftig höhere Durchfahrtsgeschwindigkeiten der Züge nötig, da sonst keine „ausreichend sichere Lösung für die Passagiere hergestellt werden kann“.

„Sollte der Schadensumfang der im historischen Baukastensystem errichteten Bahnhofsüberdachung größer sein als erwartet“, erklärt die Denkmalpflege-Sprecherin, „werden so viele Teile nachgegossen, dass auf beiden Bahnsteigen das alte Dach im Anschluss an den Neubauteil bis mindestens auf Höhe Königspavillon wieder aufgestellt werden kann.“ Für den Fall, dass der Schadensumfang der Gussteile kleiner ist als erwartet, „wird das historische Dach in Richtung Salzburg verlängert und alle intakten und gut reparierbaren Teile werden wieder aufgestellt“.

Friedrich fasst es so zusammen: „Alle Pfosten, die erhalten werden können, werden genutzt.“ Für die Prüfung werden aber zunächst alle Säulen abgebaut.

Das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt auch: „An diesem Konzept will die DB weiterarbeiten und dieses dem Planfeststellungsverfahren unter Federführung des Eisenbahnbundesamtes zugrunde legen.“ Eine offizielle Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und damit auch des Denkmalschutzes erfolge im Rahmen dieses Verfahrens.

Priens Bürgermeister Friedrich hat aber auch schlechte Nachrichten: Die Umsetzung der neuen Dächer würde erst im Laufe der Generalsanierung im Jahr 2027 durchgeführt werden.

Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung teilt eine Sprecherin der Bahn noch mal den Hintergrund der aktuell fehlenden Überdachung mit: „Aus statischen Gründen können auf den vorhandenen Stützen keine temporären Dächer installiert werden.“

Alte Säulen werden
aufwendig überprüft

Und dann die gute Nachricht der Bahn: Am Bahnsteig zwischen den Gleisen zwei und drei werden „zwei weitere Wetterschutzanlagen errichtet. Der Wetterschutz soll nach aktuellem Stand noch im laufenden Quartal aufgebaut werden.“ Diese „Wetterschutzanlagen können dabei ohne Sperrpausen errichtet werden, die Anlagen können darüber hinaus später zusätzlich zu den neuen Bahnsteigdächern wiederverwendet werden“, so die Bahnsprecherin.

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