Traunstein – Gleich zweimal musste die Polizei am Donnerstag vergangener Woche an die Kammerer Straße ausrücken: Es gab eine Schlägerei zwischen Schülern bei ihrer Abschlussfeier an der Traun, dann beschwerten sich Nachbarn, weil die Musik „extrem laut“ gewesen sein soll. Als die Beamten die Party dann auflösten, blieb jede Menge Müll zurück. Auch im Traunsteiner Stadtrat wurden die Schülerfeiern jüngst zum Thema, angestoßen von Nils Bödeker (SPD).
Müllalarm nach
Schülerfeier
Der Müll, der an der Traun landete und mit dem ansteigenden Wasserpegel dann fortgeschwemmt wurde, sei „extrem“ gewesen, so Bödeker. Er selbst habe an der Kammerer Brücke eine Vollbremsung hinlegen müssen, weil ihm Schüler mit einem Einkaufswagen fast ins Auto gefahren wären. Mehrere Anwohner seien auf ihn zugekommen, was man tun könne. „Auch wenn es für die Schulen nicht ganz leicht ist, aber man sollte sie in die Pflicht nehmen, das in geordnete Bahnen zu lenken“, meinte der SPD-Stadtrat.
Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) kündigte daraufhin einen „runden Tisch“ an, mit „Schulen, Ordnungsamt, Sicherheitskräften und allen Stellen, die beteiligt sind“. Mehrmals betonte der Oberbürgermeister, so wie es heuer gelaufen ist, sei es „nicht akzeptabel“. Der Bauhof habe in vielen Stunden versucht, den Schülern hinterherzuräumen – „aber wenn Mitarbeiter mit Bier überschüttet werden, sind das Entwicklungen, die nicht akzeptabel sind“. Hümmer bedankte sich auch bei Anwohnern, die selbst angepackt und Müll gesammelt hätten: „Das ist nicht selbstverständlich.“ „Die Traun ist keine große Müllkippe. Dieser Fluss gehört uns allen“, machte Christian Hümmer klar. Bei den Abfällen an und im Wasser vergangene Woche bewege man sich schon im Bereich des Umweltstrafrechts. Trotzdem: Seine lange Rede dazu solle man nicht als Generalkritik an den Jugendlichen verstehen. Er sei grundsätzlich kein Anhänger von Verboten. Und die Umweltsünder seien vielleicht nur eine Minderheit gewesen, die die Schulen und ihre ordentlich feiernden Klassenkameraden in Misskredit brachten. Thomas Stadler (Grüne), wie Bödeker selbst Lehrer, stellte dagegen klar: Die Abschlussfeiern an der Traun seien keine schulischen Veranstaltungen. „Drum bitte auch die Eltern ins Boot holen. Die sind in erster Linie verantwortlich.“ Zu den jüngsten Feiern musste neben der Polizei auch der Rettungsdienst ausrücken: Bei einer Schlägerei wurden zwei Schüler verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Außerdem wurde laut Polizei auch ein Holzzaun nahe der Traun beschädigt.