Breitbrunn – Rund 100 Breitbrunner Bürger trafen sich jüngst in der Chiemsee-Halle, um über die Aufarbeitung dieser Thematik zu beraten. Bürgermeister Anton Baumgartner hatte neben dem Planungsbüro „nonconform ideenwerkstatt GmbH“ alle interessierten Bürger von Jung bis Alt zu einem Ideen-Workshop eingeladen.
Internet-Befragung
bringt viele Ideen
Vorausgegangen war eine Befragung zur zukünftigen Nutzung des ehemaligen Thalhauser Anwesens in der Dorfmitte, die via Internet beziehungsweise Fragebögen erfolgte. Dabei wurden knapp 250 Anregungen und konkrete Vorschläge eingereicht. Diese gesammelten Werke wurden nun – nach Rücksprache mit dem Gemeinderat – durch die Landschaftsplaner Korbinian Kroiß und Melina Hölzl mittels Präsentation vorgestellt.
Die Auswertung der Umfrage ergab unter anderem folgende Aspekte: Bei einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung – beispielsweise einem Dorfladen – könnten sich 102 von 218 Personen „eine finanzielle Beteiligung vorstellen“. „Aktiv, aber nicht ehrenamtlich mitzuarbeiten“ könnten sich nur 70 von 216 vorstellen. Anders wiederum wäre es für 162 von 229 vorstellbar, „einen Dorfladen als wesentliche Einkaufsmöglichkeit zu nutzen“. Noch eindeutiger wären 222 von 231 der Befragten bereit, „gelegentlich dort einzukaufen, um auch jemanden zu treffen“.
Einen „zusätzlichen Bedarf für bezahlbaren Wohnraum“ sahen 162 von 212, wobei zwischen „kleinen Wohnungen“ (149 von 199) und „größeren Wohnungen“ (119 von 197) differenziert wurde. Des Weiteren brachten 153 Antworten über 275 Ideen, welche man zu sechs Leitthemen zusammenfassen konnte. Es waren dies „Café/Bäcker als Treffpunkt mit Konsummöglichkeit“ (84), „Nahversorgung/Dorfladen/Markt“ (78), „Treffpunkt Dorfplatz/öffentlicher Raum“ (47), „Wohnen“ (34) und schließlich „Bildung, Betreuung/Mobilität“ (16).
Das „Für und Wider“ dieser vielfältigen Ideen nahm einen breiten Raum in deren Präsentation ein. Es wurden Vor- und Nachteile, aber auch die Kostensituation dargestellt. Zudem gab es auch anschauliche Skizzen, beispielsweise über einen „Marktplatz am Weiher mit öffentlichem WC, Raum für kleinen (SB-)Laden, Eisdiele, Steh-Café und überdachtem Platz“. Auch „Betreutes Wohnen“, die Tourist-Info in der Dorfmitte, aber auch ein Verkehrskreisel standen auf der Vorschlagsliste.
Bei einer Vorbesprechung während eines Ortstermins mit dem Gemeinderat überzeugten sich die Landschaftsplaner zudem von der räumlichen Topografie und dem tatsächlichen Gebäudezustand des ehemaligen Thalhauser Anwesens, das im Ort als altes „Malerhaus“ bekannt ist.
Zur Sprache kam natürlich auch das „Bauen im Bestand“, da der Gebäudekubus einen teils relativ akzeptablen Zustand aufweise, so die Planer.
In Arbeitsgruppen wurden dann im Verlauf des Abends wichtige Themen abgearbeitet. So standen unter anderem der „Abbruch des Hauses oder Erhalt der Substanz?“, „Wie viel Gebäude verträgt die Dorfmitte und in welcher Größe?“, „Welche Art von Dorfmitte soll es sein?“ oder „Welche Kombination von Angeboten passt in unsere Dorfmitte?“ zur Diskussion.
Vorgehensweise
festgelegt
Ein vorläufiges Fazit des Abends war, dass die „neue Dorfmitte“ ein belebter Treffpunkt werden soll, wo man jemanden zufällig treffen, was Kleines unternehmen, Speisen und Getränke konsumieren, Veranstaltungen besuchen sowie sehen und gesehen werden kann.
Weitere Gründe für den Besuch der zu überplanenden Dorfmitte sollten sowohl kommerzielle Angebote (Café, Bäcker, Dorfladen, Pub) als auch nicht-kommerzielles Angebot (Spielplatz, Bürgerbüro, Tourist Info, öffentliches WC, Radl-Station, Bushäuschen, Jugendtreff, Repair-Café, Bücherei) sein.
Es laufe also auf die äußerst schwierige Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ hinaus, so die schmunzelnde Anmerkung eines Teilnehmers. Im Verlauf wurde die weitere mögliche Vorgehensweise vorgestellt: Es folgt eine planerische Analyse und Auswertung der Wünsche und Ideen der Bürgerschaft, Ausarbeitung eines Konzeptes und Abstimmung im Gemeinderat und schließlich die öffentliche Präsentation im Herbst, mit der Möglichkeit eines nochmaligen Feedbacks aus der Bevölkerung. Die Fertigstellung des Konzepts würde gegebenenfalls im Oktober dem Gemeinderat vorgestellt.