„Es geht nicht darum, wie man unterwegs ist“

von Redaktion

Radlwallfahrt aus dem Achental führt 35 Pilger nach Altötting – Pfarrer Martin Straßer leitet die Gruppe an

Unterwössen – 95 Kilometer auf zwei Rädern, gemeinsamer Glaube und ein starkes Gemeinschaftsgefühl das sind die Eckdaten der alljährlichen Radlwallfahrt des Pfarrverbandes Oberes Achental.

Jüngst machten sich 35 Pilger aus dem Oberen Achental mit dem Fahrrad oder E-Bike auf den Weg nach Altötting, angeführt von Pfarrer Martin Straßer. Die Wallfahrt war sportlich, spirituell und stand – passend zum Heiligen Jahr 2025 – ganz im Zeichen der Hoffnung.

Pfarrer Straßer, früher Militärseelsorger in Reichenhall, kennt Altötting gut. In seiner Zeit als Armeepfarrer organisierte er mehrfach Fußmärsche mit Soldaten samt Pack-Mulis zur Gnadenkapelle. Seit 2013 ist Pfarrer Straßer Leiter des Pfarrverbandes Oberes Achental. Was als Fußwallfahrt begann, wandelte er jetzt zu einer modernen Radlwallfahrt. In der bringt er seine „Schäfchen“ aus Reit im Winkl, Schleching, Unter- und Oberwössen per Rad zum Wallfahrtsort.

Die Strecke führte entlang des Achendamms und über den Alz-Radweg bis nach Altötting – eine Tagesetappe mit sportlichem Anspruch. Besonders bemerkenswert: Mit 85 Jahren war Bernhard Loges der älteste Teilnehmer, Michaela Diesl mit 51 die jüngste Frau und Dominik Landenhammer mit 29 Jahren der jüngste Mann. Der bildete mit Michi Neumaier das Schlusslicht der Gruppe. Ausgestattet mit Warnwesten sorgten die beiden als „Lumpensammler“ dafür, dass niemand zurückblieb.

Gegen 17.30 Uhr erreichte die Gruppe das Ziel. Nach altem Brauch umrundeten die Pilger dreimal die Gnadenkapelle. Im Anschluss stärkten sich die Teilnehmer in einer Einkehr. Sie nahmen an der feierlichen Lichterprozession teil und übernachteten in Altötting im Franziskushaus.

Für Pfarrer Straßer wurde der Sonntag dann zum besonderen Höhepunkt: Er durfte im Pontifikalgottesdienst mit Kardinal Kurt Koch in der Basilika die Messe zelebrieren. Sie bildete den feierlichen Abschluss des Papst-Benedikt-Forums. Bereits im Frühjahr war Straßer der Marianischen Männerkongregation beigetreten und wirkt inzwischen als Präses und Obmann im Pfarrverband. Zwei junge Männer konnte er seither für die Gemeinschaft gewinnen.

Einen besonderen Dank richtete Straßer an Christine und Wolfgang Neumaier, Anja Schaub, Anneliese Pöppl und Gabi Braun, die die Radwallfahrt perfekt organisierten. Er sprach ihnen große Anerkennung aus. „Es geht nicht darum, wie man unterwegs ist – sondern warum“, sieht Pfarrer Straßer zum Abschluss, bevor sich ein Teil der Gruppe auf dem Rad auf den Rückweg machte. Den anderen Teil fuhren die Abholer mit dem Pkw heim. Auch im nächsten Jahr soll die Radlwallfahrt wieder ein fester Termin im Kalender vieler Achentaler sein. lfl

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