Alpenklänge und Gipfelerlebnis für Musikfreunde

von Redaktion

Grassauer Blechbläserensemble spielt an der Taborkirche auf dem Hochfelln

Bergen – Der Weg zur Musik kann mitunter ein steiniger sein. Ein Kraftaufwand, an dessen Ende, nach so manch stattgefundener Berg- und Talfahrt einer Musikerkarriere, die erhebenden Hochgenüsse konzertanter Auftritte vor jubelndem Publikum stehen. So gesehen könnte man das Chiemgauer Alm Festival, welches die schönsten Almen der Chiemgauer Alpen in stimmungsvolle Konzertbühnen verwandelt, in gleich mehrfacher Hinsicht als zum Abheben schön bezeichnen: Viele Zuhörer erwandern sich das Alpenmusikspektakel als „musikalische Reise zu den schönsten Almen“. Dort, am Alpen- und Almen-Idyll, trifft Virtuosität auf die wildschöne Natur der Chiemgauer Berge. Mutter Natur selbst wird Teil des Musikensembles: Da bieten Bergdohlen charakteristische Zwischenrufe zur Almmusik oder es liefern pfeifende Winde und Kuhglockengeläut die passenden Background-Geräusche einer alpenländischen Klangkulisse. Einfach schee.

Genau so war das beim „Gipfelkonzert“ des Grassauer Blechbläserensembles an der Taborkirche am Hochfelln-Gipfel. Wer den Weg über Stock und Stein scheute, konnte mit der Hochfelln-Seilbahn ganz bequem zum beeindruckend schönen Aufführungsort gelangen. Dort war der Titel Programm: „Wie schallt’s von der Höh‘?“. Das Wetter hätte besser kaum sein können – wenig Wind, keine Hitze und, wie zu den Musikeinsätzen inszeniert, Nebel- und Wolkenspiele am weißblauen Himmel und über dem Tal.

Die Einstimmung mit Alphörnern mit schier endlosem (Berg)Hall wirkte fast mystisch. Doch das folgende Almlied im Arrangement von Karl Edelmann verhalf wieder zur notwendigen Bodenhaftung, damit beim folgenden Stück, „Grassauer Zwiefacher“, bei Lust und Laune das juckende Tanzbein zumindest zucken konnte. Tanzen an diesem Ort unterhalb der Taborkirche war zwar ziemlich unmöglich, Bergschuhwippen aber schon. Und das blieb auch beim Erklingen von „Tänzen aus Terpsichore“ von Michael Praetorius nicht aus. „Aus Eigensinn und Toleranz“ (Hans Kröll) über Alpenhorn (Arr. Elmar Walter) ging es recht boarisch weiter bis zum klanggewaltigen Wagner: „Die Ankunft der Gäste auf der Wartburg“ wurde auf den Hochfelln verlegt – passte ebenso gut wie der „Traunsteiner Salinenmarsch“: Wo Worte nicht ausdrücken können, wie schön es ist, sorgt Musik unmissverständlich für Klarheit.

Dabei sei betont, dass die „Grassauer“ gewiss nicht nur volksmusikalisch tönen. Die können auch Klassik, Jazz oder Oper, aber wie! „Die Ankunft der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel auf 1600 Höhenmetern, ein echter Alpenschmaus, nicht minder beeindruckend und zum Davonfliegen und ins Tal schweben schön war „O Fortuna“ aus der Carmina Burana von Carl Orff. Die Ouvertüre zu Nabucco von Giuseppe Verdi unter freiem Himmel vom Grassauer Blechblasensemble – das ließ selbst die Bergdohlen abdrehen und herbeischwirren.

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