Grassau – Eine Riesengaudi war das Nostal-Giro-Radrennen, organisiert vom Grassauer Ski-Club am Sportplatz. Sportbegeisterte jeden Alters gingen an den Start und stellten sich dem Vergleich. Letztlich siegte nicht der schnellste, sondern der gleichmäßigste Radfahrer – und das war Hanna Hörterer.
Eigentlich wollte sich der Ski-Club Grassau mit einem Nostalgie-Skirennen auf der Bergwiesen an dem Grassauer Jubiläumsjahr mit 60 Jahre Markterhebung und 900 Jahre Grassau beteiligen. Der schneearme Winter machte dem Club aber einen Strich durch die Rechnung. Doch die Clubmitglieder hatten eine andere Idee: ein besonders Radrennen, wobei nicht das Tempo, wohl aber die gleichmäßige Fahrweise zum Sieg führen sollte. Bewertet wurde zudem das schönste, kreativste Kostüm und erwünscht waren historische Räder.
Lustige Interviews
und nutzlose Infos
Mit einem solchen Ansturm hatte die Rennleitung wohl nicht gerechnet und so verzögerte sich der Start etwas, was aber der Freude keinen Abbruch tat. Schließlich hielten die beiden Kommentatoren Anderl Eder und Stefan Bämayr die vielen Zuschauer mit lustigen Interviews und nutzlosen Informationen bei Laune und sorgten für ausgelassene Stimmung. Da hatte bereits vor dem Start so mancher Teilnehmer seinen Spitznamen, wie der Herr im leuchtend gelben Trikot, der als „Textmarker“ bezeichnet wurde, und auch Bürgermeister Stefan Kattari, der nicht nur Schirmherr war, sondern zudem auch selbst in die Pedale trat, dank seiner blitzblanken Kopfbedeckung als „Blitz“ bezeichnet wurde. Beim Sportlerheim sorgten die Ski-Club-Mitglieder für Verpflegung mit Kaffee und Kuchen. Weitere Getränke und Brotzeiten wurden im Sportlerheim geboten. Toni Reiter schließlich eröffnete das Rennen, dankte allen Beteiligungen und rief die Teilnehmer an den Start. Nach einer Orientierungsfahrt um den Sportplatz ging es richtig los. In Gruppen wurden die Teilnehmer mit ihren besonderen Drahteseln, historischen Rennrädern und Klapprädern auf die „Grassauer Meile“ geschickt und von den Gästen entsprechend angefeuert. Nach dem Rennen warteten alle gespannt auf die Auswertung und wieder war es das Moderatorenduo, das die Gäste bestens unterhielt.
Die Stimmung war ausgelassen, als endlich die Sieger feststanden. Jeder erhielt einen Preis. Auf das begehrte Treppchen schafften es Hanna Hörterer, deren beide Zeitmessungen nur im Zehntelbereich abwichen. Sie holte sich somit Gold und durfte den goldenen Lenker als Pokal in Empfang nehmen. Zweiter wurde Sebastian Bosch. Er erhielt ein silbernes Tretlager mit Zahnkranz. Die bronzene Federgabel ging an Tobias Moritz.
Wie Mary Poppins
in Pedale getreten
Bewertet wurden auch die schönsten Kostüme. Im schwarzen, langen Kleid mit Hut, sehr chic wie Mary Poppins, radelte sich Rita Schreiner in die Herzen des Publikums, das schließlich über die Kostüme abstimmte.
Der neunjährige Maxi Obermayer wurde mit seiner gewagten Kombi aus pinken Leggins und Animalprint-T-Shirt mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Der dritte Platz ging an Michi Höger, dem nichtrasenden Postler mit seinem gelben Postradl.
Den Meistpreis sicherte sich der BirnPub Verein, gefolgt von den Maibaumfreunden Mietenkam. Die Dienstagsradler wurden Dritter. Spaß und gute Laune wurden versprochen und auch gehalten. Vielleicht wird dieses lustige Rennen eine neue Tradition, man darf gespannt sein.