Energieagentur wird aufgelöst

von Redaktion

Chiemgau GmbH übernimmt die Aufgaben ab Ende 2025 zusätzlich

Traunstein/Berchtesgadener Land – 2016 gründeten die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land gemeinsam die Energieagentur Südostbayern GmbH. Hauptzwecke waren die Förderung eines sparsamen und klimafreundlichen Einsatzes von Energie sowie Beratung und Begleitung beim Umsetzen von entsprechenden Konzepten – mit Schwerpunkt auf Eigenheimbesitzern und Kommunen.

Zum Ende des Jahres 2025 wird die Energieagentur aufgelöst. Ihre Aufgaben übernimmt künftig die Chiemgau GmbH Sparte Energie, eine Gesellschaft aus Landkreis und Kommunen mit Sitz an der Seufertstraße in Traunstein. Dies entschied der Kreistag gestern bei vier Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion.

5642 Beratungen
durchgeführt

Die Energieagentur führte zwischen 2016 und 2024 insgesamt 5642 Beratungen durch, davon etwa 3500 im Landkreis Traunstein in dem Büro in der Stadtmitte. Trotz der positiven Bilanz sieht sich das Unternehmen mit „erheblichen Herausforderungen und veränderten Rahmenbedingungen“ konfrontiert, wie Landrat Andreas Danzer betonte. Inzwischen existiere über überregionale Informationsquellen ein erhöhtes Medien- und Informationsangebot für Interessenten. Außerdem böten viele Ingenieurbüros, Energieberater und Handwerksfirmen fachkundige und zertifizierte Beratung auf dem Energiesektor an. Diese Betriebe unterstützten Ratsuchende weitreichend – von der Planung bis zu Förderprogrammen. Weiterhin stehe die Chiemgau GmbH über das Regionalmanagement Unternehmen zur Seite in Fragen eines effizienten und nachhaltigen Energieeinsatzes. Neue Energieakteure auf Gemeindeebene seien das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel und die Watzmann Natur Energie GmbH. Beide bündelten fachliche Kompetenz und seien gezielt für die Kommunen da. Ein weiterer Grund, die Energieagentur aufzulösen, sei der Wegfall der staatlichen Förderung für das Kommunale Energiemanagement seit Ende 2024.

Wie Landrat Danzer heraushob, räumt der Freistaat auch den Landkreisen seit 2022 mit dem geänderten Klimaschutzgesetz zusätzliche Kompetenzen bei der Energieerzeugung ein. Die Sparte „Energie“ bei der Chiemgau GmbH sei eine Folge gewesen. Mit der Energieagentur verfüge der Landkreis über zwei Gesellschaften, die sich dem Thema Energie widmen. Logischer Schritt sei wegen der Kosteneinsparungen, alle zu bündeln.

Keinesfalls werde das Angebot für Bürger eingeschränkt, versicherte Danzer. Man wolle vielmehr die Doppelstruktur abbauen und damit effizienter arbeiten. Dem gesamten Team der Energieagentur, voran Bettina Mühlbauer, gebühre Dank für ihre jahrelange „wertvolle Arbeit für die Gesellschaft“. Das bisherige Personal werde bis auf eine Mitarbeiterin, die das nicht wolle, übernommen.

In der Aussprache sprach Vize-Landrat Josef Konhäuser, SPDplus, von einem „richtigen Entschluss“. Die Energieberatung werde auch künftig ein wichtiger Bereich bleiben. „Nicht glücklich“ über die Liquidation zeigte sich Willi Geistanger von den Grünen. Die Lage der Energieagentur in der Stadt sei ideal für eine kostenlose Erstberatung von Hausbesitzern gewesen. Er zweifle, ob die Chiemgau GmbH das voll übernehmen könne. Dazu der Landrat: „Diese Angst kann ich nehmen. Es gibt weiterhin eine Energieberatung.“

„Nicht glücklich“
über Liquidation

Walburga Mörtl-Körner, Bündnis 90/Die Grünen, regte an, das Thema angesichts rückläufiger Sanierungen, noch mehr zu bewerben. Der Kreistag ermächtigte Landrat Danzer zu allen rechtlichen Schritten – einschließlich des Liquidationsbeschlusses in der Gesellschafterversammlung der Energieagentur Südostbayern GmbH.

Artikel 1 von 11