40 Jahre Kathrin Schwaiger: Leberkas, Lachen und Loyalität

von Redaktion

Jubiläum in der Bäckerei Meinecke in Oberwössen – Freude über familiäres Verhältnis bei der Arbeit

Unterwössen – Im Jahr 1985, als mit SAT.1 das erste private Satelliten-Fernsehprogramm in Deutschland startete, sich die Grünen im Bundestag etablierten und international das Live-Aid-Konzert für Aufsehen sorgte, begann für Oberwössen ein besonderes Ereignis: Kathrin Schwaiger begann am 1. August ihre Lehre als Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei Meinecke an der Dorfstraße.

Nun blickt sie auf 40 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück, lediglich unterbrochen durch eine kurze Babypause. Wie das Miteinander funktioniert, wollte unsere Zeitung von Kathrin Schwaiger und Anni Meinecke erfahren. Anni Meinecke antwortete lachend: „Jeden Tag ist es zum Raufen“, womit die beiden auf spürbare Weise verdeutlichten, dass sie gut miteinander auskommen. Das sieht auch Chef Korbinian Meinecke so. Dennoch wollten wir von Kathrin Schwaiger wissen, wie man es 40 Jahre mit demselben Arbeitgeber aushält, ohne sich irgendwann einmal zu verändern oder etwas anderes auszuprobieren.

Ihre Antwort: Kathrin Schwaiger liebt ihren Arbeitsplatz. Sie lobt das familiäre Verhältnis und freut sich über die Möglichkeit, halbtags zu arbeiten. „Das ist einfach praktisch für mich“, sagt sie.

Sie schätzt es auch, mit dem einzigen Lebensmittelgeschäft in Oberwössen mitten im Dorfgeschehen präsent zu sein. Auf die Frage nach Anekdoten aus ihrem Berufsleben lacht sie und sagt: „Hätte ich früher gewusst, was in so einem Leben alles passiert, hätte ich ein Buch geschrieben.“

Während des Gesprächs betrat ein Handwerker das Geschäft an der Dorfstraße, um sich eine Semmel mit Leberkäse und saurer Gurke für den Tag zu holen. In einem kurzen Gespräch wurde die Semmel geteilt, mit zwei Scheiben Leberkäse belegt, die Gurke zerschnitten und eine weitere Scheibe Leberkäse hinzugefügt, damit die Gurke nicht durchweicht. Die Semmelhälfte wurde daraufgelegt, das Ganze verpackt und abkassiert. Das alles dauerte nur wenige Sekunden, bevor der nächste Kunde den Laden betrat.

In dem Geschäft hat sich viel getan. Von einer Bäckerei hat es sich inzwischen zu einem beliebten Nahversorger für Einheimische und Gäste entwickelt. Besonders Feriengäste nehmen sich morgens die Zeit, im Geschäft zu frühstücken und den Oberwössner Alltag hautnah mitzuerleben.lfl

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