Bernau – Ein Pelletskessel und eine Luftwärmepumpe sollen künftig für die nötige Wärme in der zu erweiternden Grundschule Bernau sorgen. In der jüngsten Sitzung hatte Andreas Lackenbauer vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Traunstein vor der Beschlussfassung mehrere Varianten vorgestellt, von einer Minimallösung (ein Pelletskessel am aktuellen Standort mit bestehendem Kamin und ein Heizölkessel am aktuellen Standort mit bestehendem Kamin) bis hin zu einer Maximallösung (zwei Erdreich-Wärmepumpen).
Varianten
vorgestellt
Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) fügte hinzu, dass es auch um die Aufrechterhaltung des Nahwärmenetzes (Schule als Zentrale, Hausmeisterhaus als Abnehmer und Netz für Kinder als Abnehmer) gehe, sowie um die sommerliche Photovoltaik (PV)-Wärmepumpe und die Kühloption für das Schulhaus. Ingenieur Lackenbauer sagte, dass die Varianten 2a (ein Pelletskessel, eine Luftwärmepumpe) und 2b (zwei bis drei Luft-Wärmepumpen) zu empfehlen seien: „Das sind solide Zukunftsvarianten.“ Beide Varianten seien in etwa kostenneutral und könnten als Zusatzoption PV in Heizung und Warmwasserbereitung einbinden und für Grundkühlung, beispielsweise während einer Hitzeperiode, sorgen. Einziger Unterschied sei, ob die Anlagen neben der Schule auch zentral über eine energieoptimierte Nahwärme (Variante 2a) oder dezentral mit eigenen Wärmepumpen das Hausmeistergebäude und den Kindergarten Netz für Kinder mit Wärme (Variante 2a und b) versorgen sollen.
Jakob Müller (CSU) und Josef Genghammer (Grüne) regten an, das Haus der Musik auch in die Heizkostenplanung miteinzubeziehen. Matthias Vieweger (CSU) hakte wegen der bestehenden Pelletsheizung nach. Seit dem Einbau einer neuen Förderschnecke gebe es keine Störungen mehr, erklärte Biebl-Daiber. Peter Pertl (CSU) regte an, statt der Pellets Hackschnitzel zu verwenden: „Das ist der große Wurf.“ Genghammer schloss sich dem an: „Holz gehört in den Bau, nicht verheizt.“ Auch Franz Praßberger (FW/ÜWG) befand Regionalität einen sehr wichtigen Aspekt. Die Waldorf-Schule in Prien habe doch auch eine Hackschnitzelheizung. Lackerbauer wandte ein: „Wir packen zu viel in diese Schule rein.“ Die Varianten seien aus dem Plan Schulhauserweiterung heraus entwickelt worden, Bauaufgabe seien Grundkühlung und Wärmepumpe.
Bürgermeisterin Biebl-Daiber beendete die Debatte: Mit nur einer Gegenstimme wurden Minimal- und Maximallösung abgelehnt. Der Mittelweg (Variante 1b mit zwei Pelletskesseln im neuen Technikraum mit neuer Kaminanlage) bekam keine einzige Stimme. Für die Variante 2a (mit einer Anlage im Bestandsbereich und einer im Keller des Erweiterungsbaus) stimmten 14 von 16 anwesenden Gemeinderäten. Ein zweiter Beschlussvorschlag bezog sich auf die beiden derzeit noch angeschlossenen Häuser am Schulplatz 2 und 2a. Diese sollen vom derzeitigen Heizungsbestand nicht getrennt werden. Ein Vorschlag, der mit zwölf zu vier Stimmen mehrheitlich angenommen wurde.
Abschließend informierte Biebl-Daiber das Gremium, dass die Lüftung der Klassenzimmer derzeit über einzelne Lüftungsgeräte in den jeweiligen Klassenräumen erfolgt. Der Restwert jeder Anlage liegt bei circa 2000 Euro. Die Planung des Büros Sommersberger für den Bauabschnitt | und II erfolgt nach dem sogenannten pädagogischen Churermodell (jeder Jahrgangsstufe steht eine Lernlandschaft zur Verfügung).
Lüftung
der Klassenzimmer
„Die Lüftung jeder dieser Landschaften kann in hybrider Weise, die wirtschaftlich und sinnvoll ist, erfolgen.“ Zum einen können die noch guten Fenster zum Stoßlüften genutzt werden, zum anderen werden die Lernwohnungen im westlichen Gebäudeteil mit einem zentralen RLT-Gerät ertüchtigt, sodass die notwendigen Luftwerte eingehalten werden können. Schalltechnisch müssen die Planungen noch von der Bauphysik geprüft werden. Bezüglich der PV-Anlage auf dem Schulhausdach mit 29,25 kWpeak-PV-Anlage (eine Anlage der Bürger-Solarkraftwerk Bernau am Chiemsee GdbR) kann die Gemeinde gemäß Vertrag die Laufzeit kündigen.