Grassau – Das Musical „Der blaue Planet“ von Peter Schindler, aufgeführt von fünf Grundschulchören mit über 80 Kindern im Grassauer Heftersaal, war ein besonderes Erlebnis. Es war ein Geschenk der Musikschule Grassau zum 50-jährigen Bestehen und ein Bekenntnis zur Kinder- und Jugendförderung. Chor- und Projektleiterin Sandra De Creszenco gelang es, unterschiedliche Chöre zu einem Gesamtkunstwerk zusammenzufügen.
Das Bühnenbild, gestaltet von Michael Herden und der elften Klasse des Ludwig-Thoma-Gymnasiums Prien, verwies auf die Kernaussage des Musicals: die Herausforderung, unseren Planeten zu erhalten. Musikschulleiter Wolfgang Diem erklärte, dass dieses Musical beim ökumenischen Kinderchortag auf der Landesgartenschau Landau 2015 uraufgeführt wurde und die Kernaussage „Miteinander statt Gegeneinander“ ausdrücke. Seit fünf Jahrzehnten kümmert sich die Grassauer Musikschule um die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und unterstützt diese in deren Persönlichkeitsentwicklung. Gemeinschaftserfolge, wie sie nun bei der Aufführung des blauen Planeten gefeiert wurden, sind dabei sehr wichtig.
Die Grundschüler übten monatelang für diese Aufführung und präsentierten eine perfekte Inszenierung des Musicals. Im ersten Akt treffen die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer aufeinander. Jedes dieser Elemente beanspruchte für sich, das Wichtigste zu sein, und es entbrannte ein Streit, der auch musikalisch zu spüren war. Wirbelstürme, Hochwasser, Feuersbrünste und Vulkanausbrüche brachten den Planeten durcheinander. Erst miteinander glätteten sich die Wogen und das Gleichgewicht wurde wieder hergestellt.
Das Musical hatte aber auch eine Botschaft für die heutige Zeit. Im zweiten Akt streiten sich nicht die Elemente, sondern die Präsidenten aus den vier Himmelsrichtungen um die Macht auf dem Planeten, und dieser leidet, bis das Lied der Kinder ertönt und man in einem furiosen Ende alle miteinander den Planeten rettet. Die Dramatik wurde in der Musik wiedergegeben. Die Botschaft der Kinder war laut und unmissverständlich zu hören. Es war eine sehr gelungene Aufführung, die zeigte, was Musik vermag und welche Möglichkeiten der Verständigung diese bietet.
Ansteckend war die Begeisterung der Kinder auf der Bühne, mit welcher Energie und Selbstverständlichkeit diese auf der Bühne standen und sich leiten ließen. Nicht der Einzelne, sondern die Gemeinschaft war wichtig.
Eine weitere Besonderheit war, dass die fünf Schulchöre in diesem Projekt gemeinsam agierten. Neben dem Grassauer Schulchor unter der Leitung von Sandra De Crescenzo sangen auch die Schulchöre aus Unterwössen, Marquartstein und Schleching, geführt von Nina Kuhlig, sowie der Grundschulchor Bernau mit Leiterin Gitti Herden. Die kleinen Sängerinnen und Sänger wurden von der Schulband mit Cäcilia Klössinger (Flöte), Elina Ryue und Marlene Noichl (Klarinette), Elisabeth Nagl (Klavier), Heidi Martl (Bass) und Paul Sennewald (Schlagzeug) unterstützt. Sie alle boten eine perfekte Aufführung mit gewaltiger Bühnenpräsenz.
Musikschulleiter Diem betonte, dass dieses Projekt nur durch die Unterstützung der Münchner Jugend-Musik-Stiftung, der Sawallisch-Stiftung, dem Lions Club Achental sowie den beiden Banken Kreissparkasse und VR Bank und einigen Einzelspendern zu stemmen war. Chorleiterinnen, allen voran Sandra De Crescenzo, die das Projekt leitete, und die Schulband der Musikschule wurden für ihre herausragende Arbeit mit viel Applaus und Blumen bedacht. tb