Übersee – „Heuer mal was anderes“ präsentiert der Theaterverein Übersee nach den Worten seiner Chefin Waltraud Gries in der traditionellen Sommersaison. Die Komödie „Da Muhackl“ in drei Akten von Peter Landstorfer ist ein rein bayerisches Dialektstück. Das „Heimspiel“ für alle Einheimischen und „Lehrstück für alle Preußen“ begeisterte gleichermaßen die rund 130 Premierenbesucher im Saal vom Wirtshaus Feldwies. „Wie wunderbar, ihr habt alle mitgemacht“, lobte Waltraud Gries die Besucher nach dem Ende der Aufführung im ausverkauften Saal.
Darsteller
in Spiellaune
In der Tat hatte sich die Spielfreude der zwölf Protagonisten gleich zu Beginn auf das neugierige Publikum übertragen. Das Stück spielt in einem typischen bayerischen Dorf und sorgt für reichlich Identifikationspotenzial. Und das wunderbare Bühnenbild eines Lagerhauses von Stefan Gries schafft dazu noch eine heimische Atmosphäre. Hinzu kommen die herzerfrischenden Pointen der grandios aufspielenden Laiendarsteller, die am Premierenabend immer wieder für Zwischenapplaus sorgten. Die witzigen Regieeinfälle mit Lokalkolorit von Doris Maier rundeten den höchst vergnüglichen Theaterabend ab.
Die Geschichte spielt in Griabing, einem oberbayerischen Ort traditioneller Prägung. Alle Bürger gehen ihrem Tagwerk nach, sind gut vernetzt und zufrieden mit ihrem Leben. Der Treffpunkt der Dorfgemeinschaft ist das Lagerhaus von Oisl Baywagner, genannt „Da Muhackl“. Den Namen hatten ihm seine Kunden gegeben, weil er ein etwas schwieriger Mensch ist und mitunter zum Granteln neigt. Die Idylle des Dorfes gerät ins Wanken, nachdem der selbstherrliche Bürgermeister den Ort ohne Wissen seiner Bürger für den Wettbewerb „Das traditionellste Dorf Bayerns“ angemeldet hatte und nun der Besuch einer Jury ansteht. Zunächst scheinen alle von der Bürgermeister-Idee angetan. Und auch die erste Abordnung der Jury ist begeistert vom Dorf. Doch dann führt „Da Muhackl“ den Dorfbewohnern die Kehrseite einer möglichen Medaille vor Augen: Besucherströme, Gaffer, Reisende, Lärm und ein möglicher „Tourismus-Bazillus“ mit all seinen negativen Folgen. Die anfängliche Begeisterung schlägt daraufhin um und man überlegt Gegenmaßnahmen. So will man alle schönen Seiten des Dorfes ins Gegenteil verkehren und damit die Jury abschrecken. Die gesamte Infrastruktur mit Geschäften, Gastronomie und Einrichtungen soll deshalb während der Anwesenheit der Jury geschlossen und riesige Bauprojekte angekündigt werden. Unzugänglich gemacht werden sollen außerdem die Almen wegen „Rinderwahnsinn“, die Wiesen wegen brütender seltener Vögel, die Gastronomiebetriebe wegen eines grassierenden Hefepilzes und der Badesee wegen eines Krokodils. Ob sich die Jury von alledem abschrecken lässt und was die wahren Beweggründe von Muhackls Idee sind, sei hier nicht verraten.
Ein wesentlicher Faktor für den schönen Premierenabend waren auch die in allen Rollen passend besetzten Darsteller. Vor allem Christian Lucke als Muhackl spielte sich mit seinen temperamentvollen Wutausbrüchen und Kraftausdrücken die Seele aus dem Leib. In den weiteren Rollen zu sehen sind Christine Vilsmaier, Birgit Kastner, Waltraud Gries, Karl Jobst, Monika Lermer, Kevin Strauch, Magdalena Lucke, Rudi Stier, Angelika Puchinger, Franz X. Reiner und Michael Hartl. Auch die Maske von Doris Maier und Andrea Leitner und die Technik von Sabrina Haßlberger und Sophia Kastner passten haargenau zum Gesamteindruck.
Vorverkauf
ist gestartet
Weitere Vorstellungen sind jeweils freitags am 8. und 22. August um 20 Uhr, am Sonntag, 14. September, um 19 Uhr sowie freitags am 19. und 26. September, jeweils um 20 Uhr. Mit der Sonntagsvorstellung am 28. September, dann um 19 Uhr, geht die diesjährige Spielzeit zu Ende. Karten zu allen Veranstaltungen sind im Vorverkauf in der Tourist-Info Übersee, Telefon 08642/295, sowie an der Abendkasse erhältlich.