Prien – Es summt und brummt in Prien, und wer es nicht hört und sieht, kann es jetzt auch schwarz auf weiß nachlesen. Stolz präsentierten Umweltreferentin Angela Kind und Bürgermeister Andreas Friedrich wieder das Zertifikat zur Anerkennung als „Bienenfreundlichen Gemeinde“. Im März hatte Angela Kind die Unterlagen zum gleichnamigen Wettbewerb des Bezirks Oberbayern eingereicht, der alle zwei Jahre ausgetragen wird und an dem sich 31 Gemeinden beteiligt hatten.
Dachbegrünung
hilft Insekten
Fünf Kriterien muss eine Gemeinde erfüllen, um in die Auswahl der Jury zu kommen: Gemeindeflächen wie Verkehrsinseln oder Streuobstwiesen müssen bienenfreundlich bepflanzt sein. Und alle kommunalen Flächen sollten extensiv und bienenfreundlich bewirtschaftet werden. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel ist verboten. Die Begrünung an den Rändern gemeindeeigener Straßen muss vor allem im Frühjahr und Sommer schonend behandelt werden. Und schließlich muss die Gemeinde den örtlichen Imkern Plätze zum Aufstellen von Bienenhäusern und -völkern zur Verfügung stellen, besonders dem Imkernachwuchs. Mit weiteren freiwilligen Maßnahmen können Gemeinden zusätzlich Punkte sammeln.
So legt die Gemeinde Prien bei Bauplänen von großen Mehrfamilienhäusern Wert auf Dachbegrünung und Einhaltung von Grünflächen. Mit der Teilnahme am Eh-da-Projekt verpflichtet sich die Kommune, so viele Bäume wie möglich zu pflanzen. Bonuspunkte gibt es auch für die Aufstellung von Insektenhotels. Davon gibt es mittlerweile fast zehn im Ort, davon zwei gespendet, vier erstellt durch eine schulische Projektarbeit. Im Gemeinschaftsgarten im Gewerbegebiet stehen auch zwei Insektenhotels. Das macht Sinn, denn auf 3000 Quadratmetern werden nicht nur Gemüse, sondern auch Blumen angebaut. Zusätzlich sind in dem zum Teil von einer Benjeshecke umrahmten Garten Steinhaufen und Sand für Wildbienen vorhanden. Der Gemeinschaftsgarten bekam schon die Auszeichnung „Jede Wiese zählt“.
Auf gemeindlichen Flächen sind die Priener Imker nicht angewiesen, nur im Eichental stehen Bienenstöcke auf einer Ausgleichsfläche. Dafür bietet rege Imkerverein neben regionalem Honig auch Informationen und Bildungsangebote rund um die Biene an, ein Thema, das vor allem auch an der Franziska-Hager-Mittelschule behandelt wird. Ein geplanter Lehrpfad konnte leider wegen fehlender geeigneter Flächen bisher nicht umgesetzt werden. Dafür gibt es in Prien einen Obst- und Kulturweg, den der Obst- und Gartenbauverein bewirtschaftet und der auch Kurse zum Obstbaumschnitt anbietet. Davon, dass schon viele kleine gemeindliche Flächen zu Blühwiesen umgestaltet wurden und von der Gärtnerei ohne Pflanzenschutzmittel fachmännisch bewirtschaftet werden, konnte sich die Jury überzeugen. Drei Robinien wurden gepflanzt, auch wird der wilde Wein an der Eisenrichter-Bahnunterführung nicht mehr regelmäßig geschnitten und bildet mit seiner Blüte einen Tummelplatz für Wildbienen und Insekten, ebenso wie der Steingarten an der Seestraßenunterführung oder der Kräutergarten am Heimatmuseum.
Top 3 als
künftiges Ziel
Die Umgestaltung des Friedhofs mit mehreren Flächen zu einer Friedwiese mit insektenfreundlicher Bepflanzung gehört zu weiteren geplanten Maßnahmen und seit Jahren wird die Lichtverschmutzung durch insektenfreundlichere LED-Beleuchtung vermindert. Auch das ist ein Punkt, durch den die Gemeinde Prien die Jury bezüglich der Anerkennung als bienenfreundliche Gemeinde überzeugen konnte. Für den ersten Platz, der an Bischofswiesen ging, hat es dieses Jahr noch nicht gereicht, aber vielleicht kann Prien 2027 näher an einen der ersten drei mit Preisgeldern dotierten Plätze heranrücken.