Sortiment ausgebaut

von Redaktion

Schlechinger Dorfladen trotzt dem Trend – Website ist überarbeitet

Schleching – Vor über zehn Jahren wurde in Schleching die Idee eines eigenen Dorfladens durch den Kauf von Anteilen der Schlechinger Bürger und Zweitwohnungsbesitzer in die Tat umgesetzt. Das Ziel war klar, es sollte eine Nahversorgung der Einwohner und der Gäste mit einem Vollsortiment sichergestellt werden.

Als Zielgruppe sah man damals wie heute neben den Einwohnern und Gästen auch die Betriebe und Vereine. Es sollte erreicht werden, dass alle – nicht nur die älteren oder nicht motorisierten Bürger – vor Ort ihre Lebensmittel einkaufen können, es sollte auch ein Treffpunkt für alle werden.

Motivierte
Mitarbeiterinnen

Die stillen Gesellschafter der „Dorfladen Schleching UG“ werden einmal jährlich zur Gesellschafterversammlung eingeladen, dieses Jahr wieder in den Bürgersaal.

Gesellschafter Claus Rathje zeigte zunächst in einer Retrospektive einige Impressionen mit einem Bilderbogen aus dem vergangenen Jahr, bevor es zu den Daten und Fakten und der aktuellen Entwicklung ging. Er konnte ein positives Resümee für das Geschäftsjahr 2024 ziehen. Trotz steigender Kosten konnte der Dorfladen wirtschaftlich stabil bleiben und mehrere neue Projekte umsetzen. Bestätigt wurde die solide Bilanz von der betreuenden Steuerkanzlei, begrüßt wurden die energiesparenden Maßnahmen.

Die Anzahl der Dorfläden in Bayern sinkt und muss mit vielen Problemen kämpfen, wie massive Kostensteigerungen, Personalmangel und die meist übergroße Konkurrenz der Supermärkte, berichtete Claus Rathje. Diese Probleme betreffen auch den Dorfladen in Schleching. Wie schafft es der Dorfladen in Schleching, zu überleben?

Im Laufe des Abends wurde klar, dass hier ein sehr aktiver (ehrenamtlicher) Beirat mit motivierten Mitarbeiterinnen im Geschäft viel bewirkt hat. So konnte der Dorfladen sein Angebot seit dem vergangenen Jahr weiter ausbauen, unter anderem mit regionalen Produkten, zum Beispiel vom Gut Sossau, Wild aus Ruhpolding, Kaffee von Holzfuchs aus Marquartstein sowie Tees von Bioteaque aus Traunstein. Produkte der langjährigen Partner gibt es weiterhin im Sortiment, wie Christine Zaiser vom Beirat ausführte. Sie berichtete von weiteren Aktivitäten, wie den Erfahrungsaustausch mit dem Dorfladen im Partner-Bergsteigerdorf Sachrang oder im Außenbereich über das neue Brotzeitplatzl mit Sonnenschirmen, die von der Dorfgemeinschaft Raiten gespendet wurden. Auch auf ganz aktuelle Entwicklungen – etwa der Schließung des örtlichen Getränkemarktes – wurde blitzschnell reagiert. Zur Sicherung der Grundversorgung gibt es nun auch im Dorfladen mehr Getränke, der Fokus soll hier ebenfalls auf regionale Brauereien und Mostereien gelegt werden.

Für eine bessere Kaffeequalität und schnellere Zubereitung wird ein neuer, hochwertiger Kaffeevollautomat sorgen. Geplant ist eine Wildfleisch-Aktion ab Herbst und Dorfladen-Gutscheine, die sich ebenfalls ideal als Geschenk oder Willkommensgruß für Feriengäste eignen.

Die Beirätin konnte auch über neue Anteilseigner und Aufstockung der Anteile berichten, was zur weiteren Stabilität beiträgt.

Elke Manthei berichtete über die verbesserte digitale Präsenz. Die Website wurde Anfang 2025 technisch und inhaltliche überarbeitet und verzeichnet steigende Zugriffszahlen. Ergänzt wurde der Auftritt durch aktive Social-Media-Kanäle auf Facebook und Instagram sowie regelmäßige Artikel in der Gemeindezeitung. Ziel sei es, den Dorfladen als regionalen Treffpunkt sichtbar zu machen – für Einheimische und Gäste.

Elfie Bachmann (Beirat) berichtete von dem regelmäßigen Austausch bei monatlichen Sitzungen des Beirats und dem Dorfladen-Team. Gemeinsame Verkostungen und die Abstimmung über die Aufnahme neuer Produkte gehören ebenso dazu, ein direkter Draht untereinander über eine Whatsapp-Gruppe erleichtert die Kommunikation.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete Martina Hammer-Tiefenböck (Beirat) Joachim Dannenberg aus dem Beirat. Martina Hammer-Tiefenböck berichtete, dass der Ausscheidende immer die Hilfe in der Not war, besonders bei PC-Problemen und dem ganzen Zahlenwerk der Auswertungen. Ihm gebührte ein großes Dankeschön im Namen des gesamten Beirats für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden.

Partnerbetrieb
stellt sich vor

Geschäftsführer Georg Fischer, Mitarbeiter bei Familie Meltl, stellte das Gut Sossau in Grabenstätt vor, von dem der Dorfladen ebenfalls Produkte bezieht. Georg Fischer zeigte Drohnenbilder vom Gut Sossau und berichtete, dass dort 50000 Liter Milch per anno verkäst werden zu 100 Kilogramm Käse. Das Unternehmen betreibt einen zweiten Betrieb in Brandenburg an der Havel. Der Betrieb unterhält noch eine Metzgerei (nur Zerlegung) und eine Brennerei auf der Hocherbalm. Er berichtete weiter von den Produkten und der Philosophie des Unternehmens.

Am Schluss der Jahresversammlung appellierte Claus Rathje an die Schlechinger, weiter im Dorfladen einzukaufen, denn der Dorfladen ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern ein gemeinschaftlich gestalteter Treffpunkt mit Zukunft.

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