Bernau – Die Kleinsporthalle für die Bernauer Grundschule wird zwischen neuer Schule und Haus der Musik, nach Neubau sowie Erweiterung und Sanierung in einem dritten Bauabschnitt (BA) errichtet. Aber, so viel vorweg: Es war kein leichter Entscheid. Gleich vier Beschlüsse bezüglich des Standorts musste der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung fassen. Vorausgegangen war dem Ganzen erneut eine lange Debatte.
Verschiedene
Standorte erörtert
Eigentlich hatte das mit der Planung beauftragte „Büro Sommersberger GmbH München“ schon für die vergangene Sitzung drei mögliche Standortvarianten für eine Kleinsporthalle vorbereitet: westlich oder östlich der Schule oder an Stelle des ehemaligen Hausmeisterhauses. Doch der Antrag von Gemeinderat Matthias Vieweger (CSU), der zusätzlich zur Kleinsporthalle ein Lehrschwimmbad im Bereich des Schulgeländes anregte, wurde mehrheitlich angenommen. Ein Beschluss über den Standort der Kleinsporthalle wurde vertagt.
Dabei sei Eile geboten, wie Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber auch in der jüngsten Sitzung betonte: „Der Zeitdruck für die Realisierung des BAI und II ist aufgrund fördertechnischer Gegebenheiten sehr hoch. Die Standortfixierung für den BA III der Kleinsporthalle drängt aufgrund projektbezogener Planungen und somit der notwendigen Weiterplanung der BAI und II.“
Nach der vertagten Abstimmung trafen sich Anfang Juli Vertreter des Gemeinderates mit dem Schützenverein (der zehn Schießstände, rund 300 Meter lang, inklusive Nebenräumen benötigt), der Grundschule und dem Elternbeirat sowie der Verwaltung.
Dort stellte Sebastian Oefele vom „Büro Sommersberger GmbH“ zwei Standortvarianten vor: eine unter der künftigen Aula in Kombination mit dem Neubau und eine zweite unter dem künftigen Allwetterplatz beziehungsweise der Laufbahn. Während des Treffens kam ein weiterer Standort auf: im Untergeschoss zwischen neuer Schule BA I und Haus der Musik.
Die Rathauschefin fasste die Ergebnisse des Treffens für das Gremium in der aktuellsten Sitzung zusammen: Das Lehrschwimmbad lässt sich derzeit wohl nur schwer realisieren, der Zeitdruck ist sehr hoch. Die Schießstände sollen zu einem späteren Zeitpunkt erörtert werden. Die Diskussion im Rat der Chiemseegemeinde war daraufhin lebhaft. Dr. Andreas Lang-Ostler (BL) befand, dass der Standort nicht ausreichend berechnet worden sei, der Erhalt käme billiger aus der Neubau.
Architekt Oefele erklärte, dass es keine dafür ausreichenden Statikpläne gebe. Und für den Erhalt gibt es keine Förderungen, ergänzte die Bürgermeisterin. Auf Nachfragen von Ulla Zeitlmann (Grüne) und Thomas Herian (BL) erklärte Biebl-Daiber, dass die zu erwartenden steigenden Schülerzahlen eine Dreizügigkeit nötig machten, die Halle müsste also entsprechend dimensioniert sein. Dabei werden bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro gefördert.
Peter Pertl (CSU) wollte wissen, wie es mit dem Schulsport während der Bauphasen weitergeht. Es gebe Alternativen, man müsse beispielsweise auf Gruppenräume in der Kita oder Ähnlichem ausweichen, sagte die Bürgermeisterin. „Vereine und Schule sind schon auf eine lange Dauer eingestimmt“, fügte Bauamtsleiter Bernd Ruth hinzu.
Ulla Zeitlmann brachte einen neuen Einwand beim Schulausbau ins Spiel: eigenes Kochen und einen eigenen Caterer. „Eine Mikrowelle finde ich wenig ambitioniert“, so die Gemeinderätin. Matthias Vieweger wandte ein, dass es schwierig werde, einen Caterer zu finden. Auch Biebl-Daiber lehnte den Vorschlag unter Verweis auf die Personalkosten und die dafür nötige Dimension der Küche ab.
Die Bürgermeisterin beendete die Debatte und ließ über den Standort der Kleinsporthalle abstimmen. Der bevorzugte Standort liegt zwischen der neuen Schule BA I und Haus der Musik, im Bereich der jetzigen Mittagsbetreuung. Dieser Beschluss wurde mit 14:2 angenommen. Mit dem gleichen Abstimmungsverhältnis wurde außerdem der Beschluss angenommen, die Machbarkeit der Schießstände solle weiter verfolgt werden.
Lehrschwimmbad
gestoppt
Die Thematik Lehrschwimmbad im Schulgelände wird vorerst auf Eis gelegt. Alle weiteren Projektplanungen sollen auf die bereits beschlossenen BAI und BAII mit Kleinsporthalle BAIII erfolgen, damit keine zeitlichen Verzögerungen entstehen und die Gemeinde die errechneten Förderungen abschöpfen kann. Mit einer Gegenstimme wurden auch diese beiden Vorschläge angenommen.