Prien – „Einmal ganz gewöhnlich bitte!“ So lässt sich der Lebensplan der Protagonistin Antonia aus dem Buch „Und sonntags auch mal zwei“ der Priener Autorin Christine Heimannsberg alias Pippa Johnson wohl am besten beschreiben. Während andere alles tun, um sich von der Masse abzuheben, tut Antonia das Gegenteil: nämlich alles, um möglichst normal zu sein, um ihrer Hippie-Mutter inklusive Hippie-Kindheit zu entkommen und endlich dazuzugehören. Dabei scheitert sie leider am laufenden Band.
Bei einer Lesung in der Priener „chiemsee_kitchen“ gewährte Christine Heimannsberg jüngst ihrem zahlreich erschienenen Publikum Einblicke in Antonias Leben. Dabei kreiert die Autorin nicht nur herrlich witzige Fettnäpfchen-Situationen, sondern lenkt den Fokus auf das, was es mit Menschen macht, wenn nichts nach Plan läuft. Die Beobachtungsgabe, die erfrischende Feinsinnigkeit und der großartige Humor kamen bei den Gästen gut an, die überdies noch vom Team der „chiemsee_kitchen“ kulinarisch versorgt wurden. „Und sonntags auch mal zwei“ ist der erste humorvolle Unterhaltungsroman der Priener Autorin. Die in New York ausgebildete Schauspielerin veröffentlichte neben einigen Drehbüchern 2018 den ersten Teil ihrer Science-Fiction-Trilogie „Gelobtes Land – Hoop, Gloov, Leev“. „Nach dem eher schweren Thema wollte ich einfach mal etwas Lustiges und Leichtes schreiben“, erzählt Christine Heimannsberg, die sich selbst als Genre-Hopperin bezeichnet, im Nachgang. Wenn sie nicht gerade auf der Bühne steht oder Romane schreibt, arbeitet sie als Hörfilmautorin. Die von ihr deskribierte Netflix-Serie „Kaulitz&Kaulitz“ gewann dieses Jahr beim Deutschen Hörfilmpreis den zweiten Preis.elk