Unterwössen – In der festlich geschmückten Achentalhalle erlebte die Grund- und Mittelschule einen ebenso herzlichen wie feierlichen Abschluss. Die neunte Klasse verabschiedete sich mit Stolz, Rührung, Witz und viel gegenseitigem Respekt.
Die Feier hatte mit einem Dankgottesdienst in der Unterwössner Pfarrkirche begonnen. Pfarrer Peter Bergmaier ermutigte die Jugendlichen, sich mit Vertrauen und Mut auf neue Wege einzulassen.
Danach eröffnete Rektor Otto Manzenberger die Abschiedsfeier in der Achentalhalle.
Manzenberger stellte die Klasse unter das Motto „MS Unterwössen“ – eine gemütliche Barkasse, nicht groß, nicht laut, aber sicher, beständig und voller Charakter. „Ihr wart eine grundsätzlich problemlose Klasse“, sagte er. „Wichtig war euch Gemütlichkeit.“ Neue Mitschüler integrierte die Klasse ohne Probleme, Streit gab es kaum. „Diese Toleranz ist keine Selbstverständlichkeit. Sie verdient Hochachtung.“
Alle 14 Schüler erreichten den Mittelschulabschluss, zwölf von ihnen zusätzlich den qualifizierenden Abschluss. Zwei gehörten zu den besten Absolventen im Landkreis. Besonders lobte der Rektor die Arbeit der Klassenlehrerin Christina Stockhammer, die ihre Klasse engagiert begleitete und in Ferien sogar freiwillig Vorbereitungskurse für den qualifizierenden Abschluss anbot. „Sie hat für euch gekämpft wie eine Löwin, ist manchmal an euch verzweifelt, hat aber nie an euch gezweifelt.“ Als Dank überreichte er ihr eine Flasche Aperol mit dem Auftrag, diese mit anderen am Chiemseestrand im Sonnenuntergang zu genießen.
Christina Stockhammer selbst richtete in ihrer sehr persönlichen Rede das Wort an ihre Klasse. Sie erinnerte sich an den Beginn vor drei Jahren, als sie aus ihrer Auszeit zurückkam und die Klasse als Siebtklässler übernahm. „Schon am ersten Tag hat die Chemie gepasst“, sagte sie. Aus der Klasse sei ein echtes Team geworden – mit eigenem Stil, klaren Regeln und viel Vertrauen. „Zu euch ins Klassenzimmer zu kommen, war, wie jeden Tag einen Glückskeks aufzubrechen“, so Stockhammer. Im Laufe ihrer Rede stellte sie jeden ihrer Schüler einzeln vor – mit liebevollen, ehrlichen, oft humorvollen Erinnerungen. So sprach sie über Chiara, ihre „persönliche Sekretärin“. Über Deniel, den Haustechniker der Klasse. Über Hannes, den entspanntesten Schüler der Schule. Und über Felix, den hilfsbereiten Schülersprecher mit dem Motto „Kann ja mal passieren.“ Stockhammers Fazit: „Drei Jahre lang haben wir uns jeden Vormittag gesehen. Jetzt müsst ihr gehen. Und ich muss euch loslassen. Das fällt mir richtig schwer.“
Bürgermeister Ludwig Entfellner sprach auch für benachbarten Bürgermeister des Einzugsgebiets der Schule. Der Weg in den neuen Lebensabschnitt wandle sich oft unerwartet. „Findet euren Weg und einen Beruf, der Spaß macht“, riet er der Klasse.
Die anschließende Rede der Klassensprecher Felix Gabriel und Stella Giova zeigte den wechselseitigen Respekt auf.
Elternbeirats-Vorsitzende Diana Tschutschuligin ehrte die drei Klassenbesten: Klassensprecher Felix Gabriel geht mit einem anderen Schüler mit einem Notenschnitt von 1,3 als Jahrgangsbester des Landkreises durch das Ziel. Beide wurden am Nachmittag vom Landrat geehrt. Maxi Bargander (1,5) und Mailo Dreisigacker (1,7) folgen als Klassenbeste dicht auf mit der eins vor dem Komma. lfl