Was treibt Familie Grassau in Grassau?

von Redaktion

Kuriose Geschichte um Orts- und Familiennamen – Bier aus Chile in einer Nebenrolle

Grassau – Kurios, aber wahr. Familie Grassau machte Urlaub in ihrer Gemeinde Grassau. Sie erhebt keinen Anspruch auf die Gemeinde, fühlte sich aber sichtlich wohl, wie sie beim kleinen Empfang im Rathaus Bürgermeister Stefan Kattari und Tourismus-Leiter Max Felder betonten. Schon die Vorstellungsrunde war kurios, denn während sich alle mit Namen und mit aus Grassau vorstellten, war es an der Familie sich mit Kerstin, Frank und Tom Grassau und so mit ihrem Nachnamen aus Nordrhein-Westfalen vorzustellen.

Sie bereisen derzeit Oberbayern mit dem Wohnmobil und bedauerten etwas, dass es in Grassau keinen Stellplatz gibt. Über einen Freund des Sohnes Tom ist die Familie auf Grassau aufmerksam gemacht worden. Dieser war im vergangenen Jahr in der Gegend im Urlaub, fotografierte das Ortsschild und schickte das Bild der Familie. Kerstin Grassau war begeistert, schrieb Bürgermeister Stefan Kattari eine E-Mail und kündigte den Besuch ihrer Namensgemeinde an.

Mit Freude habe man dies aufgenommen, so Kattari. Das sei nun auch die erste Familie Grassau, die zu Besuch käme. Als Familienname ist Grassau auch nicht weit verbreitet, wie eine Recherche ergab. Angeblich tragen nur 143 Menschen weltweit dieses Nachnamen, darunter 47 in Deutschland. Drei davon sind nun auch im Markt Grassau bekannt. Woher der Familienname stamme und welche Bedeutung diesem zugeschrieben werde, wussten die Grassaus nicht. Frank Grassau erzählte, dass sein Vater aus Thüringen stamme, aber die Namenherkunft noch nie recherchiert wurde. Er habe auch noch einen Bruder mit Namen Grassau.

Erstaunt zeigte sich die Familie, als sie ein Bier mit dem Namen Grassau im Bürgermeisterzimmer entdeckten und erfuhren, dass es in Chile eine Brauerei mit diesem Namen gibt, die nach dem Eigentümer Roberto Grassau benannt ist.

Als sich im Freundeskreis herumsprach, dass Familie Grassau nach Grassau fährt, wurde dem Sohn Tom dringend geraten, die Metzgerei aufzusuchen und eine Wurst zu essen. „Wir beeilten uns, damit wir vor Geschäftsschluss noch einkaufen konnten und genossen zunächst eine Leberkässemmel“, schwärmte Kerstin Grassau. Auch freuten sie sich über den Empfang bei der Kirche mit vielen Trachten. Da musste Kattari jedoch enttäuschen, denn dieser Empfang galt den Firmlingen und leider nicht der Familie.

Wer schon Grassau heißt, sollte auch über seine Gemeinde Bescheid wissen, meinte Bürgermeister Stefan Kattari und übergab einen kompletten Satz Bände der Grassauer Ortschronik. Viel Lesestoff für die Familie, die sich sehr freute und in nächster Zeit viel entdecken kann.

Familie Grassau versprach, dass dies nicht der letzte Besuch in ihrer Namensgemeinde sein wird.

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