Inzell – Bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt war diesmal die Freilichtbühne hinter dem Inzeller Eisstadion, in der die Inzeller Bauernbühne ihr neues Stück präsentierte. Bei der himmlischen Komödie „Glab’s oder glab’s ned“, von Alfred Högerle, der sogar persönlich anwesend war und den Anreiseweg von 180 Kilometern auf sich genommen hat, zeigten sich die Laienschauspieler der Inzeller Bauernbühne von ihrer besten Seite und die Techniker taten ihr Übriges dazu, dass alle Besucher gut gelaunt und voller Freude den Heimweg antreten konnten.
In dieser himmlisch-lustigen Komödie stand der Spaß an erster Stelle und die Lachmuskeln wurden aufs Äußerste strapaziert. Regisseur Edi Holzner stimmte die Theaterfreunde zu Beginn schon mal auf die nächsten Stunden ein und versprach ein positives Chaos.
Bauer Sepp Stemmer (Quirin Scheurl) zeigt sich anfangs bei bester Laune und sorgt in der Familie und im Umfeld für Zucht und Ordnung. Allerdings ist sein Ruf in der Gemeinde nicht besonders gut, weil er überwiegend als Ruach und Prozesshansel bekannt ist. Seine Tochter Vroni (Lena Schwabl) ist frech gegenüber dem Vater und sogar seine Ehefrau Rosi (Gabi Steinbacher) geigt ihm die Meinung, weil er seinem Ruach wieder mal nicht widerstehen konnte. Doch was war passiert: Der Stemmer Sepp hat seinem besten und letzten Freund, dem Toni Eppsteiner (Gerhard Huber), ein Grundstück der Gemeinde im letzten Moment weggeschnappt. Bei dessen Besuch ist er nicht nur hochgradig erbost, sondern kündigt ihm auch die Freundschaft. Moni Eppsteiner (Julia Mayer), die Frau vom Toni und gute Seele, versucht das Ganze wieder ins Lot zu bringen und zu retten, was noch zu retten ist.
In der Wut wurde der Teufel gerufen und er kam tatsächlich. Als leibhaftiger Beelzebub (Andi Holzner) erschien er und wollte diese dreckige und verkommene Seele vom Sepp gleich mitnehmen. Jedoch hatte er die Rechnung ohne den Stemmer Sepp gemacht und daher machte er ihm ein verlockendes Spitzenangebot. „Bei uns unten gibt’s Essen und Bier und Weiber, sovui du mogst. Mia ham keinerlei Vorschriften und ein Leben in Saus und Braus.“ Drei Tage gab er ihm Zeit, seine „verschmutzte und verseuchte Seele“ zu retten.
Mit Raffinesse und Geschick kann die anfangs missratene Situation gelöst werden. Gebührender und langer Beifall bestätigte die Klasse des Stücks und die Darbietungen der Schauspieler. Auch Autor Alfred Högerle, der das Stück vor zwei Jahren für den Theatersaal geschrieben hat, zeigte sich begeistert von den Ideen von Regisseur Edi Holzner und von der Vorstellung der Laienschauspieler. „Es hat mit sehr gut gefallen, es war sagenhaft, wie sie das umgesetzt haben. Es hat sich voll gelohnt von Kaltenberg hierher nach Inzell zu fahren.“
Weitere Aufführungen in der Freilichtbühne folgen am morgigen Freitag und Samstag, 2. August. Einlass ist jeweils um 19 Uhr und der Beginn ist für 20 Uhr angesetzt. Die Aufführungen finden nur bei schönem Wetter statt. wet