Bernau – Ein komplett eingerüstetes Gebäude. Immer noch. Doch im Inneren hat sich seit der letzten Baustellenbesichtigung Ende Januar sehr viel getan. Das bestätigten alle Anwesenden den Planern Eik Kammerl und Barbara Kollmeier vom Architekturbüro Kammerl & Kollegen aus Pfaffing. Mit den Planern auf der Baustelle „Haus des Gastes“ unterwegs waren Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, vier Gemeinderäte, Vertreter der Verwaltung, der Tourist-Info und der Bücherei.
Altweiß
und Hellgrau
Ehe es an die Besichtigung ging, mussten die Gemeinderäte noch bestimmen, welche Farbe die Außenwand haben soll. Altweiß in zwei unterschiedlichen Nuancen, die hervorspringenden Bänder und Ecken sollten mit Grau – einmal heller, einmal dunkler – als Schattenspiel abgesetzt werden. „Da sieht man ja fast keinen Unterschied“, sagte ein Gemeinderat. Und doch mussten sie jetzt ran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dass die einfache Mehrheit beim Ortstermin genügt.
Auf Farbtafeln im A3-Format wurden die Farbtöne kombiniert, dazu ein Brett Lärchenholz, das später für Balkone, Windbretter und Eingangsverschalung verwendet wird, und schon war man sich einig. Mit 3:1 einigte man sich auf die leichtere Kombination aus Altweiß und Hellgrau. Der Schattenwurf werde dem Gebäude Struktur verleihen, die mit Zurückhaltung glänzen werde, so Kollmeier.
Und schon ging es zur Besichtigung des Erdgeschosses. Die Tourist-Info kann wohl schon im kommenden Frühjahr wieder einziehen. Schwer vorstellbar, denn noch ist das untere Stockwerk nackt, aber verputzt. Sichtestrich, eine weiße Akustikdecke und viel Holz werden den Raum freundlich wirken lassen. In der Mitte des Raumes wird ein halbrunder Tresen, mit Zirbenholzschindeln verkleidet, als Rezeption dienen. Richtung Osten die gläsernen Büros hinter einer Sichtschutzwand. Richtung Westen der Zugang zur Tourist-Info über eine automatische Tür durch das Foyer, den kubusförmigen Anbau aus Holz und Glas. Der mit Infobildschirm, Spinden für Gäste und einem WC bestückt wird. An den Außenwänden hölzerne Sitzbänke. Und natürlich der separate Zugang zur Bücherei über eine Treppe, die sich hinter der Infowand der Tourist-Info verbirgt. Die Beschreibung der Architektin lässt das spätere Aussehen der Tourist-Info schon jetzt erahnen.
Wer die Treppe hinaufsteigt, freut sich ob der Helle des Obergeschosses. Hier sollen Bücherei und ein kleiner Veranstaltungsraum angesiedelt werden. „Was für ein riesiger Raum“, waren sich alle einig. Auch hier wird die umlaufende Holzbank zum Wiedererkennungswert beitragen, sagte Kollmeier. Und wenn erst die Bücherregale stehen und im separaten Raum das Bilderbuch-Kino läuft – die Szenerie reicht völlig aus, um sich wieder Leben im Haus des Gastes vorzustellen.
Auf beiden Etagen kommen Arbeitsecken, Lagerflächen, Sanitärräume und Teeküchen auf der Nordseite des Gebäudes unter, erklärte Kollmeier. Über eine Treppe oder via Aufzug gelangt man in den zweiten Stock. Hier entstehen zwei barrierefreie Wohnungen à 100 beziehungsweise 110 Quadratmeter mit drei beziehungsweise vier Zimmern. Seit der letzten Baustellenbesichtigung hat sich auch hier viel getan. Die uralten Balken von 1898, die sich quer von Nord nach Süd mit einer Spannweite von 15 Metern erstrecken, sind geblieben. Verstärkte Pfetten, Holzfaserdämmung, Isolierung, Brandschutz, Bodenplatten und und und.
Technik kommt
im Keller unter
Aber erst mal die Tourist-Info, dann das erste Geschoss, betonten Kollmeier und Bürgermeisterin Biebl-Daiber. Die Technik kommt im Keller unter, erklärte die Bürgermeisterin. Der wird ebenfalls saniert. Alles in allem soll der Umbau circa 4,2 Millionen Euro kosten, wobei allerdings verschiedenste Förderprogramme zum Tragen kommen. „Noch halten wir den Kostenrahmen“, freute sich die Rathauschefin.