Prien – Sie sehen ein wenig hemdsärmelig aus. Tun aber, was sie sollen. Die Fahrbahnteiler, die die Marktgemeinde in der Seestraße und der Harrasser Straße errichtet hat. Sie sollen die langen, geraden Straßen optisch unterbrechen und die Autofahrer dazu bewegen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.
Optische
Durchbrechung
Der Polizei und dem Landratsamt schmecken die Fahrbahnteiler gar nicht, berichtete Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) jetzt den Marktgemeinderäten. Sie sehen sie als Querungshilfen, für die aber die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Bei einem Ortstermin stritten sich Friedrich und die Mitarbeiterin des gemeindlichen Ordnungsamtes mit Vertretern der Polizei und des Landratsamtes. Für diese Aussage erntete der eher entspannte Bürgermeister erstaunte Blicke der Kommunalpolitiker. „Doch, doch, das gibt‘s“, versicherte Friedrich.
Denn Polizei und Landratsamt wollten unbedingt den Rückbau, die Gemeinde die optische Durchbrechung der langen Straßen. In der Seestraße ist der Fahrbahnteiler nahe der Abzweigung Stauden, in der Harrasser Straße beim Badeplatz Schraml. Natürlich nutzen Fußgänger die günstige Gelegenheit.
Nachdem die Herrschaften beim Ortstermin zu Ende gestritten hatten, ob es nun Fahrbahnteiler oder Querungshilfen sind, einigten sie sich darauf, dass die Fahrbahnteiler überfahrbar sein müssen. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass aus Stauden ein Sattelzug auf die Seestraße abbiegen will“, merkte Friedrich ironisch an.
Es gibt zwei Varianten für überfahrbare Fahrbahnteiler: „Klassisch“ aus eingelassenen Granitpflastersteinen und noch neu, aber laut Geschäftsleiter Donat Steindlmüller bestens bewährt, als verklebte Variante. Michael Anner, der Zweite Bürgermeister (CSU), beendete die kurze Diskussion mit seinem Vorschlag, in der Seestraße den klassischen Fahrbahnteiler aus in den Boden eingelassenem Granitpflaster zu bauen, in der Harrasser Straße die verklebte Variante.
Zwei Meter lang und 1,5 Meter breit sollen sie beide werden. Die 1,5 Meter sind 0,5 bis 1,5 Meter weniger, als bei Mittelinseln die Norm. Denn diese Breite reicht zum Beispiel nicht für ein gängiges Fahrrad für Erwachsene, die sind von Vorderreifen bis einschließlich Rückspiegel eher 1,5 bis zwei Meter lang. Die verringerte Breite ist aber möglich, wenn die Fahrbahn nicht üppig breit ist und sich die Zahl der querenden Fußgänger in Grenzen hält. Beides ist an beiden Stellen der Fall.
Egal ob verklebt oder eingelassen – beide Varianten, da waren sich der Bürgermeister und sein Geschäftsleiter auf Nachfrage aus dem Gremium einig, „kann unser Bauhof“. Sie können nicht nur, die Truppen um Klaus Kollmannsberger, sie sollen auch. Da war sich der Marktgemeinderat einig. Und investiert 25000 bis 30000 Euro.