Schleching – Wenn über 80-jährige Menschen zusammenkommen, die gemeinsam in Schleching zur Schule gegangen sind, haben sie eine Menge Erinnerungen. Diese werden bei einem Treffen natürlich wieder aufgefrischt, und dann fallen einem die verschiedensten skurrilen Geschichten ein, über die heute noch gelacht wird.
So mussten die Schüler der Jahrgänge 1943/44 auf dem Gang zur Schule immer Holzscheite mitbringen, damit das Klassenzimmer mit dem Kachelofen beheizt werden konnte. In der Ecke stand dafür eine Holzkiste, in der sich ein Schüler vor dem Religionsunterricht versteckte. Die ehemaligen Schüler berichten weiter: „Pfarrer Pichler kam wie immer polternd, er hatte mindestens Schuhgröße 48, ins Klassenzimmer. Irgendwie kam es dem Pfarrer komisch vor, dass die Schüler alle grinsend an ihren Tischen saßen. Nachdem er die Schüler begrüßt hatte, setzte er sich auf die Holzkiste, da konnten sich einige nicht mehr zurückhalten und prusteten los. Aber der Pfarrer ließ sich nicht beirren und blieb auf der Holzkiste sitzen. Nach einigem zarten Klopfen aus der Kiste erlöste Pfarrer Pichler unter dem Gelächter der ganzen Klasse den Täter aus der Holzkiste.“
Einige Ehemalige erinnerten sich nur ungern an den Schwimmunterricht mit Lehrer Merkl, der war nichts für zartbesaitete Schüler. Der Lehrer war sehr sportbegeistert und wollte erreichen, dass bis zum Ende der Schulzeit alle schwimmen und Ski fahren konnten. Beim Schwimmunterricht stand der Lehrer auf dem Einmeterbrett mit einer Leine, daran war ein altes Skifell als Brustgeschirr, an dem die Nichtschwimmer hingen. Diese versuchten dann die Schwimmbewegungen zu machen, solange bis Lehrer Merkl meinte, jetzt kann es der Schüler, dann ließ er die Leine einfach locker.
Das Skifahren wurde früher am „Langgschwend“ gelernt, gänzlich ohne Lift, alles zu Fuß. Dabei passierte es, dass bei einem Sturz ein Schüler plötzlich mitsamt den Socken auf der Piste stand, die Schuhe und die Ski fuhren den Berg alleine runter. Hannes Prasser erzählte noch viele Geschichten über das Skifahren am Afterer.
Es fielen den heute über 80-Jährigen noch weitere Erinnerungen ein, beispielsweise an Franz Unterrainer, der nicht mehr lebt, und der damals, statt in die Schule zu gehen, lieber auf Bäume kletterte. Zur großen Freude der Schüler schickte Pfarrer Pichler immer die ganze Klasse los, um Franz zu suchen.
Begonnen wurde das Klassentreffen an der Pfarrkirche, wo Hartmut Rihl eine interessante Führung vorbereitet hatte. Für die verstorbenen Klassenkameraden wurde eine Kerze angezündet und ein kurzes Gedenken mit einem Gebet abgehalten. So geistig gestärkt ging es rüber in den „Geigelstein“, wo alte Bilder angeschaut wurden, Neuigkeiten ausgetauscht und angeregte Gespräche geführt wurden mit dem Wunsch, sich auf alle Fälle gleich im nächsten Jahr wiederzusehen.wun