Reit im Winkl – Ein bedeutsamer Moment für die Energiewende im Chiemgau: Jüngst erfolgte der offizielle Spatenstich für die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage des Landkreises Traunstein im alpinen Raum. Die „Naturwärme Reit im Winkl GmbH & Co. KG“ realisiert damit ein von langer Hand geplantes Projekt, welches richtungsweisend für die gesamte Region ist. Rund 80 interessierte Bürger sowie Ehrengäste und Vertreter der am Projekt beteiligten Unternehmen wohnten diesem besonderen Anlass bei.
Beitrag zur
Energiewende
Geschäftsführer der Naturwärme, Andreas Heigenhauser, betonte in seiner Rede die Bedeutung des Projekts: „Mit diesem Spatenstich setzen wir ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige und unabhängige Energieversorgung, sowohl für unser Heizwerk wie auch für unsere Heimat. Wir sind stolz darauf, Vorreiter bei der Nutzung alpiner Freiflächen für Solarenergie zu sein und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende in der Region.“ Unter den Ehrengästen befanden sich Bürgermeister Matthias Schlechter, der die Initiative der „Naturwärme Reit im Winkl“ lobte, sowie Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH. Ihre Anwesenheit unterstrich die überregionale Bedeutung und die breite Unterstützung für das Vorhaben. Dr. Seeholzer erklärte: „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie regionale Wertschöpfung und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Alle Unternehmen, die an diesem Vorhaben mitwirken, stammen aus dem Chiemgau, was die Innovationskraft unserer Region unter Beweis stellt.“ Und abschließend: „Aus dem Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen entsteht etwas Positives, von dem Ökologie wie Ökonomie gleichermaßen profitieren, wenn alle Interessen ausgewogen berücksichtigt werden.“ Bürgermeister Schlechter hob hervor: „Schon mit der Errichtung der „Naturwärme“ vor über 25 Jahren ging unser Ort neue Wege. Bürgerbeteiligung, offene Dialoge und Ansprechpartner direkt vor Ort waren der Schlüssel zum Erfolg der Naturwärme Reit im Winkl.“ Mit der Freiflächen-PV-Anlage folge nun der nächste Schritt für eine nachhaltige und regionale Wärme- und Energieversorgung der Gemeinde. „Gemeinsam als Partner wollen Gemeinde und Naturwärme weitere PV-Flächen hinzugewinnen und so den Anteil erneuerbarer Energie stetig erhöhen. Denn trotz der hohen Anfangsinvestitionen sind wir uns sicher: Dies ist der einzig richtige Weg für unser Dorf und uns als Gemeinschaft“, so Schlechter.
In seiner Abschlusspräsentation erläuterte Andreas Heigenhauser die Eckdaten der geplanten PV-Anlage. So ist der gewählte Standort in unmittelbarer Nähe zum Biomasse-Heizwerk aus mehreren Gründen von Vorteil. Einerseits kann das Heizwerk 20 Prozent der Energieleistung direkt ohne Zwischenspeicher nutzen. Zudem ist Reit im Winkl durch seine geografische Lage mit Ost-West-Öffnung ideal für PV-Strom. Und am Standort wurde die Flächenversiegelung auf das Nötigste reduziert. So würden keine Betonfundamente im Erdreich gesetzt. Die Leistung der PV-Anlage wird etwa zehn Prozent des Energiebedarfs der Gemeinde abdecken können.
Anlage soll
2025 laufen
Das Projekt der Naturwärme Reit im Winkl sei ein mutiger Schritt nach vorn und ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz und regionale Entwicklung erfolgreich miteinander verbunden werden können, hieß es.
Die Anlage soll im Herbst 2025 fertiggestellt werden. Über den Baufortschritt wird auf der Website der „Naturwärme Reit im Winkl“ fortlaufend informiert.