Schlamperei am Pranger

von Redaktion

Prien will das Bewusstsein für ein schönes Ortsbild schärfen: Auf Antrag der ÜWG soll es einen jährlichen Fassaden-Wettbewerb geben. Das fanden die Ratsmitglieder gut. Eine andere Idee lehnten sie dagegen strikt ab.

Prien – Prien soll schöner und gepflegter werden. So begründet Peter Fischer, Vorsitzender der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG), den jährlichen Fassadenwettbewerb für Wohn- und Geschäftsgebäude – private Wohnhäuser sind nicht einbezogen. Im Gemeindegebiet, heißt es im Antrag der ÜWG, gebe es Gebäude, die einen prägenden Einfluss auf das Ortsbild haben. Teils durch eine besonders positive, teils durch eine negative äußere Erscheinung.

Prägender
Eindruck

Mit einem Preis bedacht werden sollte nicht nur die „schönste“ oder gepflegteste Fassade, so die Ansicht der ÜWG, auch die Fassade mit besonders großen Schönheitsreserven sollte ausgewählt werden. Und als symbolischen Preis und Appell zur Verbesserung die „goldene Maurerkelle“ erhalten.

Letzteres „geht gar nicht“, fand Sepp Schuster (AfD). Ratskollegium Sonja Werner (Grüne) sprach von unsäglichem „an den Pranger stellen“ und erntete dafür Kopfnicken von etlichen anderen Marktgemeinderäten. Johannes Dreikorn (CSU) und Gabriele Schelhas (SPD) hingegen waren der Auffassung, dass Kritik erlaubt sein sollte. Die könne man gegenüber dem Eigentümer des Gebäudes besser direkt äußern, meinte Michael Anner (CSU). Der Fassadenwettbewerb soll jährlich stattfinden, die Priener können Vorschläge einreichen. Der Bürgermeister und der Fachbereichsleiter Kultur und Wirtschaft sollen eine Vorauswahl treffen. Diese ist auch deswegen nötig, weil für manche Fassaden, die aktuell für die „goldene Maurerkelle“ qualifiziert wären, bereits Bauvoranfragen oder gar Bauanträge vorliegen. Wie zum Beispiel für das Brunhuberhaus am Anfang der Seestraße.

Maurerkelle
als negative Kritik

Die „Maurerkelle“ ist nach dem Widerstand im Marktgemeinderat vom Tisch, der Preis für die gelungenste Fassade nicht. Wer ihn bekommt, das sollen die Priener entscheiden. Drei Objekte werden zur Wahl gestellt. Der Publikumsfavorit bekommt öffentliche Anerkennung, eine Urkunde und „Priener Diridari“ im Wert von 1000 Euro. Gegenstimmen? Keine.

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