Unfallserie an Erlstätter Kreuzung

von Redaktion

Kettenreaktion mit fünf Verletzten auf der St2095 bei Grabenstätt

Grabenstätt Eine Autofahrerin war von Traunstein Richtung Chieming unterwegs. Dann wollte sie links in Richtung Erlstätter Gewerbegebiet abbiegen, hat aber ein entgegenkommendes Auto übersehen. So schildert eine Sprecherin der Polizei Traunstein den Hergang des Unfalls, der am vergangenen Mittwochmittag auf Höhe Erlstätt passiert ist.

Vier Fahrzeuge
beteiligt

Doch das war es noch nicht. Um einen Zusammenprall zu vermeiden, habe die Fahrerin des entgegenkommenden Autos versucht, auszuweichen, und ist dabei in das Auto geprallt, das sich hinter der Unfallverursacherin befand. Und diese wiederum ist in ein wartendes Auto gekracht. Somit waren vier Fahrzeuge an dem Unfall beteiligt.

Die Verursacherin und ein Mitfahrer wurden verletzt, ebenso drei Personen in dem entgegenkommenden Auto. Jedoch alle nur leicht, heißt es weiter von der Polizeisprecherin. Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, zudem die Feuerwehren Erlstätt, Chieming und Wolkersdorf. Außerdem wurde der Rettungshubschrauber Christoph 14 angefordert.

Wie geht die Feuerwehr bei solchen Einsätzen mit mehreren Autos vor? Wenn Betroffene den Notruf absetzen, erkundigt sich die Integrierte Leitstelle (ILS) bei den Anrufern nach der Anzahl der Verletzten und der beteiligten Personen, teilt Hubert Hobmaier mit, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein.

Diese Infos bekommt die Feuerwehr dann bereits in der Alarmierung und kann so entscheiden, wie viele Kräfte sie braucht und wie viele und welche Fahrzeuge benötigt werden. „Uns wurde da ein Unfall mit Verletzten und drei Fahrzeugen mitgeteilt“, sagt Michael Wimmer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Er war bei dem Unfall auch als Einsatzleiter zuständig. Bereits sechs Minuten nach der Alarmierung waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Der Ablauf ist im Prinzip dann immer gleich. Das oberste Ziel ist, „die Situation einzufrieren“, sagt Hobmaier. Das bedeutet, Straßen zu sperren und dafür zu sorgen, dass keine Folgeunfälle passieren. Weil die Ortsdurchfahrt Erlstätt momentan gesperrt und der Unfall auf der Umgehungsstraße passiert ist, mussten die eingesetzten Feuerwehren den Verkehr großflächig umleiten, wie Wimmer mitteilt. Als Nächstes hieß es: Übersicht verschaffen. Bei mehreren Fahrzeugen ist anfangs die Schwierigkeit, dass man erst mal schauen muss, wer ist überhaupt am Unfall beteiligt, wo sind die Verletzten und wie viele sind es, heißt es weiter von Wimmer. „Hier war die Lage aber zum Glück schnell klar.“

Nach nur weiteren vier Minuten am Einsatzort konnte Wimmer der ILS-Traunstein Bescheid geben, dass nicht drei, sondern vier Autos am Unfall beteiligt sind. Ebenso, dass von den neun Beteiligten fünf leicht verletzt sind. „Das war zum Glück auch schnell klar, dass es keine Vermissten oder Schwerverletzte gab. So konnten wir den Einsatz deutlich einfacher weiter koordinieren.“

Muss ein Rettungshubschrauber hinzukommen, kann es auch sein, dass die Feuerwehr seine Landung koordiniert. „Wenn er schon in wenigen Minuten am Einsatzort ist, kann die Feuerwehr ihm ein Angebot machen, wo er landen kann, und ihn einweisen“, sagt Hobmaier. Der Pilot könne aber nach wie vor selbst entscheiden, ob er das Angebot annimmt. Ansonsten fliege der Pilot aber nach Sicht und suche sich selbst einen geeigneten Landeplatz.

Es ist nicht der erste Unfall, der sich auf dieser Strecke bei Erlstätt in jüngster Zeit ereignet hat. Das bestätigt auch die Sprecherin der Traunsteiner Polizei. Besonders tragisch: ein Vorfall Ende Juni. Ein 32-jähriger Motorradfahrer war mit seiner 34 Jahre alten Sozia Richtung Traunstein unterwegs. An derselben Kreuzung wollte ein entgegenkommender Autofahrer nach links Richtung Erlstätt abbiegen und übersah das Bike offenbar. Der Motorradfahrer aus dem Landkreis Altötting verstarb noch an der Unfallstelle an seinen Verletzungen, seine Mitfahrerin wurde schwer verletzt.

Riskante
Stelle

Warum es hier immer wieder zu Unfällen kommt, lässt sich laut Polizei nicht pauschal sagen. Oft sei es aber die Unachtsamkeit von Verkehrsteilnehmern. Dass es aufgrund der Umleitung zu mehr Unfällen kommt, ließe sich nicht bestätigen.

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