Mit dem „Schnulla-Hiefel“ weg vom Schnuller

von Redaktion

Kinderkrippe Unterwössen will Kindern mit ungewöhnlicher Idee beim Abschied helfen

Unterwössen – Für Kinder bedeutet der Abschied vom Schnuller, einen vertrauten Begleiter loszulassen. Manche versuchen, ihn heimlich wieder aus der Schublade zu holen, andere verhandeln geschickt um „nur noch eine Nacht“. Auch Eltern tun sich nicht immer leicht – denn sie wissen, wie sehr der Schnuller Trost spenden kann und fürchten die eine oder andere Träne. Der Abschied ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt auf dem Weg zum Großwerden.

Um über diesen so emotionalen Abschied hinweg zu helfen, bietet die Unterwössner Kinderkrippe im Außenhof einen Ansporn. Kinder beweisen, wie groß sie geworden sind, wenn sie auf ihren Schnuller verzichten und ihn am „Schnulla-Hiefel“ aufhängen – andernorts auch Schnullerbaum genannt. Die Idee brachte Krippenleiterin Katrin Entfellner aus München mit und gab ihr eine besondere bayerische Note: Der Hiefel erinnert an die traditionellen Gestelle, auf denen in früheren Zeiten das Heu getrocknet wurde, und fügt sich charmant ins Ortsbild ein. Das Konzept ist liebevoll und einfach zugleich: Kinder, die bereit sind, ihren Schnuller abzugeben, hängen ihn an den „Schnulla-Hiefel“. Wer mag, kann den Schnuller bunt bemalen, den Namen darauf schreiben oder einen kleinen Abschiedsbrief beilegen. So wird das Loslassen zu einem festlichen Akt – und der Schnuller bleibt als sichtbares Zeichen dafür, wie groß man schon geworden ist. Sollte die Sehnsucht doch einmal zurückkehren, können ihn kleine Heldinnen und Helden ihren oft jahrelangen Freund jederzeit besuchen.

Die Kinderkrippe lädt alle Kinder aus Unterwössen und Umgebung ein, dieses Angebot zu nutzen. Vielleicht hilft es, wenn man sieht, dass viele andere den Schritt schon geschafft haben. Und wer weiß – vielleicht wird aus dem „Schnulla-Hiefel“ bald ein buntes Denkmal für kleine und große Mutproben. Ludwig Flug

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