Seeon-Seebruck – Im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ist das Wach- und Sicherheitsgewerbe extra aufgelistet, Mitarbeitende in diesem Bereich seien verpflichtet, Personalausweis oder andere Ausweisdokumente mitzuführen und auf Verlangen der Behörden vorzulegen.
Beim Moments-Festival am Samstag in Seebruck kam es zu einem großen Zolleinsatz, bei dem die Behörden die Angestellten der beauftragten Sicherheitsfirma kontrollierten. „Unsere Zöllnerinnen und Zöllner vom Hauptamt Rosenheim und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Traunstein haben eine verdachtsunabhängige Prüfung im Rahmen des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes durchgeführt“, bestätigt Marion Dirscherl, Pressesprecherin des Hauptzollamts, Rosenheim dem OVB.
Anhaltspunkte für
weitere Ermittlungen
Im Rahmen dieses Gesetzes werden die angetroffenen Personen, Beschäftigte, zu ihren Arbeitsverhältnissen befragt. „Letztlich geht es darum, ob die Leute die dort arbeiten, ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet worden sind, ob Mindestlohn gezahlt wird oder vielleicht sogar Scheinselbstständigkeit vorliegt“, erklärt Dirscherl.
Ob mögliche Verstöße vorgelegen haben, werde aktuell geprüft. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor, Dirscherl kann aber bestätigen, dass gewisse Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen festgestellt wurden. Es waren sogar Gerüchte im Umlauf, dass das Festival kurz vor dem Abbruch stand. Dies kann die Zoll-Pressesprecherin nicht bestätigen: „Es haben alle weiterarbeiten können.“ Zu Verhaftungen vor Ort sei es nicht gekommen.
Für einen weitgehend reibungslosen Ablauf sorgte Festival-Veranstalter Bernd Söldner unter anderem damit, dass während der Befragung des Sicherheitspersonals, umgehend neue Securitys engagiert wurden. „Wir sind gut vernetzt, deswegen wissen wir schnell, wie wir reagieren können“, erklärt Söldner das schnelle Handeln.
Neben dem Zollamt waren auch Polizei und Personal vom Landratsamt Traunstein vor Ort. Die Zusammenarbeit mit den Behörden lief von Söldners Seite problemlos ab: „Wir haben unsere Auflagen, die wir einhalten müssen.“ Diese Auflagen und die Umsetzung seien den Behörden schon vorab gezeigt worden, auch die Unterlagen der Sicherheitsfirma. Die Ermittlungen vor Ort richteten sich dann ausschließlich gegen die Sicherheitsfirma. Söldner: „Unsere Veranstaltungen laufen grundsätzlich ruhig ab, keine Schlägereien oder irgendwelche Vorfälle. Deswegen war es von polizeilicher Seite auch kein Thema, dass während die einen befragt wurden und die anderen kommen, keine Probleme auftauchen.“
Keine Probleme
mit Dienstleister
Die Polizei habe Söldner bestätigt, die Veranstaltung sei grundsätzlich ruhig und könne so weiter ablaufen. Bisher habe der Festival-Veranstalter keine Probleme mit der Sicherheitsfirma gehabt.
Zukünftig wird das anders sein: „Die wird natürlich nicht mehr bei mir auftreten.“ Klare Worte. Die Sicherheitsfirma beantwortete die Fragen der Redaktion bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht.