Neuer Kunstrasen- und Trainingsplatz für die Siegsdorfer Fußballer

von Redaktion

Gemeinderat genehmigt mehrheitlich den Neubau der beiden Plätze und eines Funktionsgebäudes

Siegsdorf Zwei Bauanträge der Fußballabteilung des TSV Siegsdorf zum Neubau eines Kunstrasen- und eines Trainingsplatzes sowie eines Funktionsgebäudes auf einem gemeindlichen Grundstück gegenüber des Sportheimes im „Gewerbegebiet am Sportplatz“ beschäftigten den Siegsdorfer Gemeinderat. Die Fußballabteilung beantragte dabei auf dem bisher unbebauten, aber als Trainingsgelände genutzten Grundstück im östlichen Bereich einen Allwetterplatz (95 mal 65 Meter) und im Westen einen Trainingsplatz mit 8483 Quadratmetern für individuell nutzbare Spielfeldgrößen. Das Gelände soll dabei mit einer Flutlichtanlage ausgestattet und mit einer Zaunanlage (Stabgitterzaun) begrenzt und gegen die Bahn und die angrenzenden Betriebe abgesichert werden. Das beantragte Funktionsgebäude in der Größe von 20 mal 8,20 Meter und einem Satteldach (Blechdach) bietet Platz für den Mannschaftsbus, für die notwendigen Trainingsgeräte und die Maschinen und Werkzeuge für die Platzpflege und soll mit einer senkrechten Holzschalung verkleidet werden.

Dafür werden Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes, wie etwa Verschiebungen bei den Baugrenzen oder den Ein- und Ausfahrten notwendig. Auch der bestehende Wall an der Südseite der Sportplätze muss dazu entfernt werden. Der vorhandene Feldweg entlang der Autobahn wird verlegt und kann dann weiterhin für Bauarbeiten entlang der Autobahn genutzt werden. Die notwendigen 43 Stellplätze sind auf dem bisherigen Sportgelände größtenteils vorhanden. Vier weitere werden vor dem Funktionsgebäude angelegt.

Wie Bürgermeister Kamm dazu erläuterte, wird das Bauvorhaben von der Verwaltung grundsätzlich unterstützt. Die Nutzung von Gewerbeflächen als Sportplätze sei aus städteplanerischer Sicht zwar nicht optimal, werde jedoch vor dem Hintergrund fehlender Alternativen ebenso als vertretbar erachtet wie die beantragten Befreiungen. Dieser Argumentation hatte sich auch der Bauausschuss bei den Plätzen einstimmig und beim Gebäude mit einer Gegenstimme angeschlossen und empfahl dem Gemeinderat, den beiden Bauvorhaben das Einvernehmen zu erteilen.

Dr. Jürgen Leikert (CSU) bezeichnete das Vorhaben als „Notlösung“ mit nur einem vollwertigen Spielfeld und beengten Trainingsflächen. Er ging noch einmal auf die Vorgeschichte ein und stellte die bereits vom Gemeinderat mehrheitlich getroffenen Standortentscheidungen weiterhin infrage. Für ihn und seine Fraktionskollegen Christina Haas sei das Vorhaben keine nachhaltige Zukunftsplanung und sie würden gerne andere Lösungen sehen. Bürgermeister Kamm verwies dazu auf die sechs Jahre lange Vorgeschichte, in der trotz größter Bemühungen keine Alternativen festgemacht werden konnten. „Die Fußballabteilung steht komplett hinter den Plänen“, betonte der Rathauschef und lobte die Verantwortlichen für die vielen „Vorarbeiten mit Herzblut“. Die Sportler werden zum Bau auch zehn Prozent Eigenanteil beisteuern und sind bereits dabei Förderungsmöglichkeiten über die Sportverbände zu erkunden, wusste Kamm und appellierte an den Rat „den Fußballern eine dauerhafte Heimat zu bieten.“ Die Planungen seien zwar herausfordernd aber würden der Fußballabteilung eine dauerhafte und sinnvolle Zukunftslösung bieten.

Hans Geiger (BfS) reagierte emotional auf den Beitrag von Dr. Leikert und forderte ihn auf, endlich die vor Monaten getroffene Mehrheitsentscheidung des Gemeinderates zu akzeptieren und die Planungen zu unterstützen. „Uns läuft die Zeit davon und wir müssen jetzt Nägel mit Köpfen machen“, forderte Geiger und fand ‚Unterstützung bei Peter Mayer (SPD), der den Standort als optimale Lösung sah, und bei Willi Geistanger, (Grüne) für den die Lösung „einen Kompromiss mit wenig neuer Flächenversiegelung“ darstellte.

Dem Neubau des Kunstrasen- und Trainingsplatzes erteilte der Gemeinderat letztendlich bei zwei Gegenstimmen von Dr. Jürgen Leikert und Christina Haas (beide CSU) das gemeindliche Einvernehmen und stimmte dabei auch den erforderlichen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans zu. Eine dritte Gegenstimme gab es zum Neubau des Funktionsgebäudes. Willi Geistanger (Grüne) konnte sich, wie bereits im Bauausschuss, der Dachgestaltung nicht anschließen und forderte ein flach geneigtes Grasdach und eine PV-Anlage auf dem Gebäude.

Franz Krammer

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