Inzell – Energie ist ein wichtiges Thema. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wo die Energie herkommt und wie die Energieversorgung funktioniert. Der Geschäftsführer der Stromversorgung Inzell (SVI), Willi Eicher, stellte dies in der Gemeinderatssitzung vor. Besprochen wurde auch der Regionalplan Südostoberbayern und der Umbau des Rathauses im Erdgeschoss.
Einleitend zeigte sich Bürgermeister Michael Lorenz mit der Zusammenarbeit zwischen SVI und Gemeinde zufrieden. „Wir sind froh, euch als Partner zu haben, wir finden immer eine gute Lösung, Probleme anzupacken, und es funktioniert ausgezeichnet.“ Dieses Kompliment gab Willi Eicher zurück und ging kurz auf die Erweiterung der Inzeller Stromversorgung ein.
Wasserkraft
kaum nutzbar
Vor zwei Jahren konnte ein Grundstück direkt neben der SVI ersteigert werden und dort wurde eine neue Halle errichtet. Bei der Erweiterung des Betriebes kamen neue Bürogebäude hinzu, ebenso wie eine Lagerhalle mit Küche. Eicher betonte, dass durch die Wasserscheide in Inzell (ein Teil des Wassers läuft nach Weißbach ab, der andere Richtung Siegsdorf) so gut wie keine Stromerzeugung durch Wasserkraft möglich ist.
Die Hauptaufgabe der Stromversorgung Inzell ist der Netzausbau, um die Energielieferung für die Gemeinde Inzell zu erfüllen. Die derzeit 14 Mitarbeiter (zwei Azubis) betreuen 59 Trafostationen im Gemeindebereich. Das Ortsnetz hat eine Kabellänge von über 256 Kilometer. Freileitungen sind lediglich 481 Meter, was im Endeffekt einen Verkabelungsgrad von 99,8 Prozent bedeutet. Die Versorgungssicherheit ist bestens gegeben in der Gemeinde, wobei der größte Verbraucher das Eisstadion ist, gefolgt von den Sägewerken und der Zimmerei Dufter. Laut Eicher ist es wichtig, die Lastspitzen mit rund 3600 Kilowatt abzudecken. Diese sind im Winter zwischen 17.30 und 19 Uhr. Die Stromlieferungen im Netzgebiet der SVI lagen 2024 bei über 16600 Megawattstunden.
Angesprochen auf die Ladeinfrastruktur wies Willi Eicher darauf hin, dass eine Schnellladestation an die 120000 Euro kostet. Bei Windparks würden die versprochenen Renditeversprechen nicht erfüllt. „Der Wind bläst nicht immer, und die Windräder können auch mal vereist sein im Winter, was zu einer Minderrendite führt“, wie der SVI-Geschäftsführer erklärte. Das war auch zugleich die Überleitung zum nächsten Thema der Sitzung.
Der Rat wurde über die Fortschreibung des Regionalplans Südostoberbayern informiert. Es sollen Vorranggebiete für die Windenergie am Teisenberg geschaffen werden. Inzell gab dazu eine Stellungnahme ab, denn es gibt zum einen Herausforderungen bei Erschließung und Zugänglichkeit und zudem Unsicherheiten bei der Stromabfuhr und Netzanschlussfähigkeit. Die geplante Lage der Windräder wirft Fragen hinsichtlich der technischen Realisierbarkeit auf. Der Bau, die Erschließung und die spätere Wartung der Anlagen würden umfangreiche bauliche Maßnahmen erfordern – insbesondere in einem topografisch schwierigen Gelände wie dem Teisenberg.
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Anbindung an das Stromnetz. Sollte der erzeugte Strom nicht abtransportiert werden können, droht eine ineffiziente Nutzung der Anlagen.
Bei einer Umsetzung der Projekte muss laut der Gemeinde Inzell unbedingt auf eine entsprechende Beteiligung der Gemeinde und der Bürger Sorge getragen werden. Bürgermeister Michael Lorenz will sensibel mit dem Thema umgehen. „Wenn es für uns nicht rentabel ist, dann sollte man davon absehen. Es ist sicher ein heißes Thema, denn Windräder am Teisenberg sind weithin sichtbar. Wir sind grundsätzlich nicht gegen Windkraft, aber es muss passen.“ Für ein Windrad mit sieben Megawatt Leistung ist eine angemessene Erschließung notwendig, insbesondere der Transport der Rotorblätter mit bis zu 85 Metern Länge. Dritter Bürgermeister Richard Hütter plädierte dafür, nicht grundsätzlich die Windkraft in der Gemeinde infrage zu stellen. „Wir sollten alle Vor- und Nachteile genau betrachten.“ Der Stellungnahme der Gemeinde wurde einstimmig zugestimmt.
Umbauplan
für das Rathaus
Weiter stellte Bürgermeister Michael Lorenz dem Gremium den Umbauplan für das Erdgeschoss im Rathaus vor. Dabei sollen die Räume der Inzeller Touristik GmbH (ITG) auf die Ostseite Richtung Kirche verlagert werden. „Wir sind aber offen für gute Vorschläge, denn es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, gab der Rathauschef zu verstehen. Bei einer längeren Diskussion plädierten Räte für einen hellen, offenen Raum und eine bessere Positionierung des Counters. Mit einer Gegenstimme wurde der Umbau des Rathauses beschlossen. Für den Umbau Kurpark wurde eine neue Arbeitsgruppe gegründet, deren Vorsitz Markus Kötzinger (SPD) übernimmt.