Bernau spendet Blut – 179 Spender kamen zum Termin des BRK

von Redaktion

„Es schadet nicht und tut nicht weh“ – Weil Blut nur 42 Tage hält, muss regelmäßig gespendet werden

Bernau – Jeden Tag werden in Bayern rund 2000 Blutkonserven gebraucht. Doch die Spendenbereitschaft geht immer weiter zurück. Laut aktueller Zahlen gewährleisteten knapp 249000 Spender die Versorgung von rund 13,4 Millionen Menschen im Freistaat. Eine Umfrage unter Blutspendern (nicht alle wollten mit vollem Namen genannt werden) beim Blutspendetermin in Bernau soll zeigen, wie es mit der Spendenfreudigkeit in der Region aussieht.

Geschäftiges Treiben und geduldig anstehende Menschen in der Bernauer Mehrzweckhalle – und das an einem sonnigen Augustnachmittag mitten unter der Woche. Das zeugt nicht gerade von Spenden-Unlust. Andreas (54 Jahre) aus Grassau wollte schon einmal spenden, hatte aber zu wenig Antikörper. Jetzt darf er laut seinem Arzt wieder und lässt sich dies nicht entgehen: „Wer weiß, vielleicht braucht man das ja selbst einmal“, sagt er. Dominik (32) aus Frasdorf war schon öfter beim Blutspenden. Während seiner Ausbildung wurde für Blutspenden geworben, also habe er mitgemacht. Jetzt gehe er ab und an, „wenn ich dran denke“, bekennt er. Laura (46) aus Bernau spendet seit vielen Jahren, genau wie Adrian Stenzl aus Frasdorf (29 Jahre). Er war schon 23-mal Blut spenden und wirbt: „Es schadet nicht und tut nicht weh.“

Dass das Blutspenden wichtig ist, kann die Zentrale des BRK in München nur bestätigen. Der größte Teil davon, 19 Prozent, kommt in der Krebstherapie zum Einsatz, jeweils etwa 16 Prozent bei Herz- beziehungsweise Magen-Darm-Erkrankungen. Etwa zwölf Prozent der Blutspenden helfen Verletzten nach Unfällen. Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden. 3700 mobile Termine gibt es im Jahr, dafür ist der BRK-Blutspendedienst in ganz Bayern unterwegs, die Kreisverbände übernehmen die Logistik vor Ort. Dazu kommen noch 1100 Blutspendetermine pro Jahr in stationären Zentren quer durch ganz Bayern. Aber: Blutkonserven halten sich nur 42 Tage, betont Carina Niedermaier vom Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes. Deshalb sei es so wichtig, dass immer eine gewisse Kontinuität beim Blutspenden gegeben ist.

Denise (55) aus Bernau hat gerade eben Blut gespendet. Da tut man was Gutes, ist sie überzeugt. Überhaupt unterstützt sie die Bernauer Wasserwacht, die mit einem knappen Dutzend Helfern – neben den drei Ärzten und zehn Assistenten vom BRK – auch vor Ort tatkräftig mithilft. Wer Blut spendet, muss ja wieder an Flüssigkeit und Nahrung zulegen, lacht einer der Wasserwachtler am Essensstand. Bis einem 500 Milliliter Blut abgezapft werden, kann es – je nach Warteschlange – dauern. Zuerst muss man einen Antragsbogen (sofern man nicht schon einen Blutspendeausweis hat) und einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Dann geht es ins kleine Labor.

Nach dem ärztlichen Kreislaufcheck darf man auf einer der im Kreis aufgebauten Liegen mit dem Blutspende-Equipment Platz nehmen. Wer fertig ist, muss noch ein paar Minuten wegen des Kreislaufs liegen bleiben, dann darf man sich aufsetzen und sich mit erfrischenden Getränken und einer herzhaften Brotzeit stärken.

Zusätzlich haben die Wasserwachtler an dem Sommertag in der Bernauer Turnhalle eine kleine Insel – inklusive Sand-Plane, Kunst-Palmen und Liegestühlen – aufgebaut. Serviert wird ein „Virgin Mojito“, also die alkoholfreie Variante. „Das ist ja großartig“, lacht Laura. Auch Denise findet das eine super Aktion. Aber auch ohne Lounge-Bereich sei der Blutspendetermin „immer ein netter Treff“. Bernau – blutspendenmüde? Wohl eher nicht. In Bernau kamen 179 Blutspender, davon waren 28 Erstspender. elk

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