Rimsting – „Durchstarten“ – so lautete der Titel des Buches von Ingrid Hopman aus Rimsting. Die 85-Jährige, Bayerns älteste noch aktive Pilotin, hat darin ihre bisherigen außergewöhnlichen Reise- und Lebensbeschreibungen festgehalten. Die Veröffentlichung des Buches mit dem Untertitel „Meine Abenteuer als Pilotin und Weltenbummlerin“ war zugleich der Auslöser für einen Neustart. Bei einem sommerlichen Balkon-Gespräch mit Blick auf den Chiemsee erzählt Ingrid Hopman, was auf die Buchpräsentation so alles folgte.
Mal kurz nach Deggendorf geflogen
So hat Josef Voggenreiter aus Niederaltaich, der Besitzer eines Flugzeugmuseums, die Buch-Autorin zu einem Museumstag eingeladen: „War doch die Fliegerei früher eine reine Männerdomäne und ihr Frauen musstet euch erst durchkämpfen, um respektiert zu werden und die gleiche Anerkennung zu erhalten. Das gefällt mir“, schrieb er ihr.
Ingrid Hopman fuhr nicht nach Niederbayern, sie flog natürlich, landete in Deggendorf und war erstaunt über das Museum mit seinen vielen fliegerischen Juwelen. Aufgrund der Wetterdaten musste sie leider früher als geplant wieder zurück zum Flugplatz in Bad Endorf. Doch das Fliegermuseum in Niederaltaich war gleich noch einmal das Ziel von Ingrid Hopman, denn sie wurde als Ehren- und Überraschungsgast zum alle zwei Jahre stattfindenden Starfighter-Treffen der Regionalgruppe Süddeutschland eingeladen.
Das nächste Fliegertreffen mit viel Gesprächsstoff zum Buch „Durchstarten“ war das von ihr selbst organisierte Pilotinnentreffen am Chiemsee mit einem Rahmenprogramm am Hocheck. „34 Pilotinnen kamen. Allerdings hatten wir schlechtes Wetter, aber immerhin gute Laune“, so das Resümee dieser Zusammenkunft. Eine weitere Einladung folgte nach Salzburg, wo sie beim Fan-Club Salzburger Flughafen ihren Vortrag hielt.
Doch die Unternehmungslust der 85-jährigen Pilotin war damit noch nicht gestillt: So nahm sie an einem Pilotinnentreffen in Hildesheim teil, es folgten eine Einladung zu einem Treffen nach Österreich sowie ein Aufnahme-Flug für den ORF. „Am belgischen Pilotinnen-Treffen auf Malta konnte ich leider nicht teilnehmen, weil wir zeitgleich ein Familientreffen in Barcelona anlässlich des 60. Geburtstages meines Neffen aus Houston vereinbart hatten.“ Auch dort war ihr Buch eines der wichtigsten Themen und auch der Auslöser dafür, dass das Buch nunmehr mit- hilfe der Familie ins Englische übersetzt wird.
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Rundflüge
Zwischen all den internationalen Stationen bleibt Ingrid Hopman mit ihrer Chiemgauer Heimat eng verbunden. Immer wieder, wenn es das Wetter erlaubt, erfüllt sie die Wünsche von Bekannten und Fotografen bei Gästeflügen mit Ultraleicht- und Motorfliegern von und nach Bad Endorf.
Bei einer Lesung zu ihrem Buch in der Bücherei von Rimsting war das Interesse überaus groß, entsprechende Anfragen kamen inzwischen aus Brannenburg sowie vom Priener Seniorenprogramm. Hierzu hat die Priener Seniorenbeauftragte Helga Stampfl eingeladen, ihr Sohn und Fotograf Mathias Stampfl hat schon bei vielen Rund- und Alpenflügen die Aufnahmen für seinen Chiemseer Jahreskalender gemacht. Doch ehe die Zeit der Vorträge und Lesungen beginnt, stehen noch einige fliegerische Einladungen auf dem Programm, unter anderem die Pilotinnen-Jahresversammlung in Hannover, ein österreichisches Pilotinnentreffen in der Tschechoslowakei und ein Pilotinnentreffen in Straubing. „Ganz besonders stolz bin ich auf eine Einladung der Traditionsgemeinschaft „Alte Adler“ im September nach Bremerhaven“, so die unternehmungslustige Rimstingerin, die im Herbst routinemäßig wieder zum Fliegerarzt geht, um sich ihre Flugtauglichkeit bestätigen zu lassen.